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Betriebsnachfolger gesucht

Das Handwerk boomt wieder

Kreis Warendorf

Volle Auftragsbücher, eine hohe Zufriedenheit im Job – und inzwischen ist auch die Ausbildung im Handwerk wieder gefragt. Das hat Gründe, Und die benennt Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Von Beate Kopmann

Sie ziehen eine positive Jahresbilanz für das Handwerk im Kreis Warendorf (v.l.): KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner, Günter Schrade (Geschäftsführer Bildung) und Reinhard Kipp (Geschäftsführer Innungen/Zentrale Dienste) Foto: Beate Kopmann

Frank Tischner geht jetzt unter die Bauchredner. Jeden Tag eine Stunde übt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft – zusammen mit Jonas. So wurde die Handpuppe getauft, mit der Tischner (nach Corona) durch die Kitas ziehen will, um gemeinsam schon die Kleinsten für das Handwerk zu begeistern. Denn dass die so genannte „Wirtschaftsmacht von nebenan“ Zukunft hat, steht für den Hauptgeschäftsführer außer Frage, wie er bei einem Pressegespräch erläuterte.

Unterm Strich sei das Handwerk sehr gut durch die Pandemie gekommen – wenn man mal von den Friseuren absehe oder auch von Bäckereien, die auf Laufkundschaft angewiesen waren. Zu schaffen mache der Branche allerdings, dass viele Elektrobauteile nicht geliefert werden können, Das treibe die Materialkosten in die Höhe und entwickle sich zur Konjunkturbremse.

Gut durch die Pandemie gekommen

Aber dass das Handwerk grundsätzlich goldenen Boden hat, habe sich in der Pandemie einmal mehr bewahrheitet. Besorgt ist Tischner eher bei der Frage, ob es gelingen kann, ausreichend Nachwuchs zu finden. Entgegen früherer Prognosen soll es aber keinen großen Einbruch bei den Schulabgängern geben. „Aber wir müssen immer noch dafür kämpfen, dass die duale Ausbildung mit der akademischen Ausbildung gleichgestellt wird. Eine Ausbildung im Handwerk zu machen, das ist kein Plan B“, betont Tischner.

Frank Tischner

Im Gegenteil: Die jungen Menschen fänden in dieser Branche ein Berufsfeld, in dem sie viel Kreativität und Eigenverantwortung zeigen können. Unter anderem weil das Handwerk in sozialen Medien deutlich mehr Aufmerksamkeit von Jugendlichen erhalte, sei die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den vergangenen Jahren (mit Ausnahme des ersten Corona-Jahres 2020) gestiegen. „Trotz Pandemie hatten wir von 2019 zu 2021 noch ein Plus von 3.5 Prozent“, machte Tischner deutlich.

Plus bei abgeschlossenen Ausbildungsverträgen

Aber es ärgert ihn, dass an vielen Gymnasien immer noch die Denke vorherrsche, dass man dort nicht für das Handwerk ausbilde. Von der Politik erwartet der Handwerksvertreter mehr Unterstützung – und das gleich in vielen Bereichen: angefangen von Bürokratieabbau, der immer wieder beschworen, aber kaum umgesetzt werde, bis hin zum ÖPNV-Ausbau. „Wir brauchen Schnellbusse, die früh morgens unterwegs sind, damit die Auszubildenden pünktlich zur Arbeit oder zur Schule kommen. Ein Angebot ab 9 Uhr morgens hilft uns nicht.“

Betriebsnachfolger gesucht

Weil inzwischen 62 Prozent der Betriebsinhaber über 55 sind, gelte es außerdem, geeignete Nachfolger zu finden. „Hier wird es immer um individuelle Lösungen gehen.“ Die „Nachfolge im Handwerk“ sei aber eine der neuen Kampagnen, die die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf für dieses Jahr plane.

Handwerk im Kreis Warendorf

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