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Warnbaken-Wurf in Wadersloh

Das „Opfer“ sollTäter gewesen sein

Wadersloh

Von wegen Opfer: Der 57-jährige Mann aus Wadersloh soll den Warnbaken selbst auf sein Auto geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen ihn erhoben.

-bk-

Foto:

Überraschende Wende im Fall des „Warnbaken-Anschlags“ in Wadersloh: Das Opfer könnte am Ende der Täter sein.

Worum geht es? Im Oktober 2018 war eine etwa 30 Kilogramm schwere Warnbake von einer Brücke auf die Frontscheibe eines Kleinwagens geworfen worden. Der 57-jährige Fahrer aus Wadersloh blieb unverletzt, erlitt jedoch einen Schock.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen den Wadersloher erhoben. „Die Vorwürfe lauten Vortäuschen einer Straftat und Betrug“, erläuterte Anette Reher, Richterin am Amtsgericht Beckum. Ob es wirklich zur Hauptverhandlung kommt, ist noch nicht entschieden. Derzeit hat der Angeklagte die Möglichkeit zur Stellungnahme. Anschließend entscheidet das Amtsgericht, ob ein Prozess anberaumt wird.

Wie war es zu dieser Wende gekommen? Gutachter hatten an der Bake DNA-Spuren des Waderslohers gefunden. Ferner waren die Daten der Funkzellen an der Brücke ausgewertet worden. Daraus lässt sich nachweisen, dass das so genannte Opfer damals wohl länger an der Brücke war, als der Mann angegeben hatte.

Das was Anlass für die weitere Prüfung, wie die Schäden an dem Auto zustande gekommen sein könnten. Experten kamen zum Ergebnis, dass die Warnbake nicht aus einer Höhe von fünf Metern auf das Auto geworfen wurde, sondern vermutlich aus einer wesentlich geringeren Höhe.

Abgesehen vom Vortäuschen einer Straftat wird dem Angeklagten auch Betrug vorgeworfen. Denn als so genanntes „Opfer“ hatte der Mann 4000 Euro vom „Weißen Ring“ erhalten. Der vermeintliche Geschädigte streitet diese Vorwürfe ab.

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