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Rottendorf Pharma aus Ennigerloh stellt Produktion für Auftrag des Kreises um

Desinfektionsmittel „Made in WAF“

Kreis Warendorf

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nach diesem Motto handelte der Corona-Krisenstab des Kreises Warendorf, als es darum ging, Desinfektionsmittel zu beschaffen. Die Firma Rottendorf Pharma aus Ennigerloh stellte ihre Produktion kurzerhand um und hat nun die erste Charge des Produktes geliefert, das in vielen öffentlichen Einrichtungen dringend gebraucht wird.

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Die ersten Paletten mit Desinfektionsmitteln, die im Auftrag des Kreises Warendorf bei Rottendorf Pharma hergestellt wurden, holten THW-Helfer am Werk ab. Im Bild stehend v.l.: Herstellungsleiter Dr. Kevin Kiehm, Ralf Pelkmann (THW), Geschäftsführerin Dr. Silke Huster und Landrat Dr. Olaf Gericke, sowie auf der Ladefläche Sascha Wiemann, Julian Moriße, Richard Hagemann und Yvonne Franke (alle THW). Foto: Kreis Warendorf

Der Arzneimittel-Hersteller in Ennigerloh mit seinen über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern produziert zwar normalerweise keine Desinfektionsmittel. „Aber was ist in diesen Zeiten schon normal“, fragt Landrat Dr. Olaf Gericke rhetorisch und ist gleichzeitig froh über die positive Antwort: „Für die schnelle und unbürokratische Hilfe aus Ennigerloh sind wir überaus dankbar. Ein so gut aufgestelltes und hilfsbereites Unternehmen im Kreisgebiet zu haben ist ein großer Vorteil“, so der Landrat.

Die ersten 1800 Flaschen mit Desinfektionsmitteln haben jetzt das Werk verlassen. Sie wurden von Ehrenamtlichen des Technischen Hilfswerks abgeholt.

Zutaten in einer Woche beschafft

„Wo wir helfen können, da helfen wir. Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir mussten nicht lange überlegen, diesen ungewöhnlichen Auftrag anzunehmen“, sagt Dr. Silke Huster, Geschäftsführerin der Rottendorf Rottendorf Pharma GmbH.

Innerhalb von nur einer Woche wurden die erforderlichen Zutaten beschafft – Ethanol, Glycerin und Wasserstoffperoxid sowie handliche 500-Milliliter-Flaschen aus Kunststoff. Die Deckel wurden durch die Firma FM-Plast aus Lennestadt gesponsert. Der Kreis Warendorf kümmerte sich um den Druck der Etiketten mit dem roten Kreis-Logo.

7000 Flaschen sollen in den kommenden Wochen produziert werden

„Die größte Herausforderung war, dass wir uns auf die Produktion eines flüssigen Stoffes umstellen mussten. Normalerweise werden bei uns nur feste Arzneimittel produziert. Deshalb ist für das Desinfektionsmittel ungewöhnlich viel Handarbeit nötig“, berichtet Dr. Kevin Kiehm, der die Herstellung bei Rottendorf leitet.

Riesige Mengen seien aus diesem Grund nicht zu schaffen. Dass schon nach kurzer Zeit die ersten Paletten das Werk verlassen konnten, sei deshalb ein Erfolg. Insgesamt sollen in den kommenden Wochen 7000 Flaschen (3500 Liter) produziert, mit THW-Einsatzfahrzeugen abgeholt und weiterverteilt werden.

Desinfektionsmittel werden kreiseigene Einrichtungen sowie an Städte und Gemeinden verteilt

Da die drei THW-Ortsverbände im Kreisgebiet (Beckum, Oelde und Warendorf) für den Krisenstab die Logistik übernehmen, kümmern sie sich auch um diesen Speditionsauftrag. „Wir werden sie im Auftrag des Krisenstabes an kreiseigene Einrichtungen und an Gemeinde- sowie Stadtverwaltungen weitergeben. Zusätzlichen sollen Pflegeeinrichtungen davon profitieren“, berichtet Ralf Pelkmann vom THW.

„Selbstverständlich haben wir auch im THW umfangreiche Hygienemaßnahmen zum Schutz aller Beteiligten und ihrer Familien umgesetzt. So haben die Einsatzkräfte keinen direkten Kontakt zu Erkrankten und werden immer nur in möglichst kleinen Teams eingesetzt“, so Ralf Pelkmann.

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