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Tour durch den Emsseepark

Die grüne Oase der Stadt entdecken

Warendorf

Den Emsseepark als grüne Oase der Stadt entdecken: Auf diese Tour ergaben sich interessierte Bürger mit Natur- und Landschaftsführerin Kerstin Lieber.

Von Stephan Ohlmeierund

Kerstin Lieber führte fünf Naturliebhaber durch den Emsseepark als grüne Oase der Stadt.Burkhard Schulte-Borries übernahm in der Koggen-Skulptur das Ruder. Die Skulptur in der Nähe des Freibades erinnert an die Hansestadt.Der Emssee ist das wahrscheinlich beliebteste Naherholungsgebiet Warendorfs. Foto: Stephan Ohlmeier

In ganz Westfalen-Lippe haben am Wochenende Gärten und Grünanlagen eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Über 80 Veranstaltungen luden unter dem Motto „Lebendige Gärten“ dazu ein, die Vielfalt der heimischen Gartenkultur zu entdecken. Auch die Stadt Warendorf unterstützte die überregionale Aktion sowohl am Samstag als auch am Sonntag durch jeweils zwei geführte Rundgänge.

Den Auftakt machte die ausgebildete Natur- und Landschaftsführerin Kerstin Lieber, die sich mit fünf Interessierten auf eine Entdeckungstour durch den Emsseepark als grüne Oase inmitten der Stadt begab. Besonders ging Lieber dabei auf die fünf Mächtigen am achten Längengrad – aus ihrer Sicht ganz besondere Bäume – ein.

„Man sieht dem Park seine weitreichende Geschichte nicht direkt an“, war Lieber überzeugt. Exemplarisch hierfür steht der Park der ehemaligen „Villa Sophia“ zwischen der Ems und der Sassenberger Straße. 1870 habe Eduard Wiemann, der mit seinem Freund Hermann Josef Brinkhaus das Textilunternehmen „Brinkhaus und Wiemann“ aufgebaut habe, die Villa am damaligen nördlichen Stadtrand errichten und eine ausgedehnte Parkanlage anlegen lassen. Während die Villa 1974 abgerissen wurde, stehen die Bäume auch 150 Jahre nach ihrer Anpflanzung an ihrem Platz, darunter eine amerikanische Roteiche und eine ahornblättrige Platane. Über beide Bäume wusste Kerstin Lieber allerlei Wissenswertes zu berichten.

Der Spaziergang führte die Teilnehmer an Skulpturen vorbei, die viele Warendorfer im Alltag wohl allenfalls flüchtig wahrnehmen, weiter zum in den 1970er-Jahren aus Gründen des Hochwasserschutzes angelegten Emssee. Dort, wo früher Ödland, Wiesen und die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Bleichen waren, erstreckt sich heute das wahrscheinlich beliebteste Naherholungsgebiet Warendorfs.

Aber auch die Flora und Fauna im Emsseepark weiß immer wieder zu überraschen. Erst stellte Kerstin Lieber eine besonders gewachsene Esche in der Nähe des Freibades, dann einen Silberahorn und eine Winterlinde näher vor. Beispielsweise blühe der Silberahorn, bevor er Blätter bekomme, und die Winterlinde könne bis zu 300 Jahre alt werden. „Bäume sind richtige Lebewesen und erzählen eigene Geschichten“, war die Gästeführerin, die sich am liebsten in der Natur und Landschaft aufhält, überzeugt.

Beim Rundgang wurde natürlich auch ein kurzer Zwischenstopp am achten Meridian gemacht, der quer durch den Emsseepark verläuft.

Insgesamt waren sich die Teilnehmer am Ende der 1,5-stündigen Führung einig, dass der Park eine echte Oase ist, die es in der näheren Umgebung nicht gibt.

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