Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch hat zweite Stelle mit Julia Beermann besetzt

Die Neue kennt sich schon aus

Ahlen

Die Jugendämter in Kreis und Kommunen wollen die Beratungsmöglichkeit im Bereich des sexuellen Missbrauchs optimieren. Deshalb haben sie ihre finanzielle Unterstützung zur Einrichtung einer zweiten Stelle in der Fachstelle für sexuellen Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen beim Caritasverband für das Dekanat Ahlen zugesagt. Seit dem 1. Juli arbeitet nun Julia Beermann an der Seite von Christa Kortenbrede

Ralf Steinhorst

Foto: Privat

Die Fachstelle ist die einzige im Kreis Warendorf, die auf dem Gebiet des sexuellen Missbrauchs tätig ist und damit zentrale Anlaufstelle für Jugendamtsmitarbeiter, Eltern und Fachkräfte, die mit der Betreuung von Kindern oder Jugendlichen betraut sind. Sie wird dann aktiv, wenn sich Beratungssuchende Sorgen um ein Kind machen. „Wir schaffen den Weg für Betroffene zu entsprechenden Fachberatern, damit niemand eine Schleife laufen muss“, erklärte Christa Kortenbrede.

Erhöhte Aufmerksamkeit bei Fachkräften und in der Bevölkerung

Zugleich unterstützt die Fachstelle auch Präventivprojekte wie „Mein Körper gehört mir“ oder „Gemeinsam stark für Kinder“ in Kitas oder Grundschulen, die in enger Kooperation mit dem Opferschutzbeauftragten der Polizei und dem Kinderschutzbund durchgeführt werden. Gerade die Fälle in Bergisch-Gladbach, Lüdge oder Münster haben zuletzt verstärkt den öffentlichen Blick auf Kindesmissbrauch gerichtet und sensibilisiert.

Das spürt auch die Fachstelle, die bereits seit 2018 eine verstärkte Beratungsnachfrage feststellt. „Viel mehr Menschen sind nun ermutigt, sich zu melden“, berichtet Christa Kortenbrede. Lagen die Anfragen 2008 noch bei 55 Fällen, stiegen sie 2019 auf 126 Fälle. Wobei zu einem Drittel besorgte Eltern, zu zwei Dritteln Fachkräfte den Kontakt aufnehmen. „Gerade bei Fachkräften haben wir seit Jahren eine erhöhte Achtsamkeit festgestellt“, unterstreicht Heinrich Sinder, Geschäftsführer der Caritas Ahlen.

Sozialarbeiterin kennt sich bereits beim Caritasverband aus

Deshalb ist die Caritas froh, mit Julia Beermann das Personal verdoppeln und damit die Erreichbarkeit im Kreis Warendorf deutlich verbessern zu können. Die Sozialarbeiterin war zuvor beim Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf tätig und hat dort von sexuellem Missbrauch betroffene Kinder und Jugendliche betreut. „Ich habe schon seit 2011 sehr eng mit der Fachstelle kooperiert“, ist ihr der neue Arbeitsbereich nicht fremd. Ihre Personalkosten werden von den Jugendämtern im Kreis getragen, die Sachkosten trägt dagegen die Caritas. Auch die zuständige Caritas-Fachbereichsleiterin Eva Grams zeigte sich erfreut: „Wir haben eine qualifizierte neue Kollegin gewonnen“.

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