1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreisseite-warendorf
  6. >
  7. Die Sorge vor dem Muskelspiel

  8. >

Rückenwind für Grüne und SPD – Enttäuschung bei CDU und FDP

Die Sorge vor dem Muskelspiel

Kreis Warendorf

Der Tag nach der Wahl: Grüne und SPD freuen sich über ihre Erfolge; CDU und FDP sind enttäuscht. Eine Erwartung ist bei allen gleich.

Von Beate Kopmann

Und was kommt jetzt? Skeptisch verfolgten die Zuschauer im Kreishaus den Wahlausgang in Berlin. Foto: Beate Kopmann

Dr. Oliver Niedostadek (FDP) hat den Einzug in den Bundestag verpasst. Damit sind es am Ende nur zwei Abgeordnete, die den Kreis Warendorf in Berlin vertreten: Henning Rehbaum (CDU) und Bernhard Daldrup (SPD). Über Wochen sah es so aus, dass auch der Liberale das Ticket für Berlin lösen würde. Doch die FDP-Landesliste zog nur bis Platz 19 – Niedostadek stand auf Platz 22.

Markus Höner (CDU)

Die eigentlichen Wahlgewinner auf Kreisebene sind SPD und Grüne. Die Grünen konnten bei den Zweitstimmen 7,5 Prozent draufsatteln. Und in Telgte kam die grüne Direktkandidatin Jessica Wessels sogar auf 22,05 Prozent. Kreissprecherin Hedwig Tarner freut sich auch darüber, dass die Grünen im Kreis noch über dem Bundesergebnis liegen.

Jessica Wessels (Grüne) war selig. Ihre Prozente gingen immer nur nach oben. Foto: Ulrike von Brevern

Bestens zufrieden mit dem Wahlausgang ist auch Bernhard Daldrup. Die SPD im Kreis Warendorf habe bei den Zweitstimmen fünf Prozentpunkte dazu gewonnen und beim Erststimmen-Ergebnis fast drei Prozentpunkte draufgesattelt. „Besonders freue ich mich natürlich über die dramatischen Einbußen bei der CDU“, ergänzt Daldrup. Bei den Erststimmen habe die CDU noch bei der letzten Wahl einen Vorsprung von 30 000 Stimmen gehabt. „Das ist jetzt auf rund 9000 geschrumpft.“

Dr. Oliver Niedostadek (FDP) hoffte am Wahlabend noch, den Einzug in den Bundestag zu schaffen Foto: Beate Kopmann

Weil die CDU ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren hat, empfindet Daldrup es als „geradezu anmaßend“, dass Armin Laschet jetzt meine, den Auftrag für eine Regierungsbildung zu haben. Diese werde aber wohl in jedem Fall schwierig, weil Grüne und FDP bei Steuer- und Klimapolitik weit auseinander lägen. „Die dürfen aber nicht glauben, dass sie ihre Muskeln jetzt zu sehr spielen lassen können“, betonte Daldrup.

Als enttäuschend bezeichnet der CDU-Kreisvorsitzende Markus Höner die Wahl im Kreis Warendorf. Die Partei habe bei den Zweitstimmen fast neun Prozent verloren. Zum Glück sei es bei Erststimmen besser gelaufen „Wir sind natürlich glücklich, dass Henning Rehbaum das Direktmandat geholt hat.“ Die Ortsunionen hätten sich insbesondere in den letzten drei Wochen richtig ins Zeug gelegt, um eine Trendwende zu schaffen. Am Ende habe es nicht gereicht. Die Schuld dafür nur bei Armin Laschet zu suchen, findet Höner falsch. „Wir haben viel eigene Störfeuer gehabt – etwa durch Herrn Söder. Die ewige Personaldiskussion hat uns geschadet.“ Im Übrigen sei Laschet nicht der falsche Kandidat gewesen. „Im Gegenteil: Mit Blick auf Koalitionsverhandlungen ist er genau der Richtige, weil er zusammenführen kann.“ Dass es lange und schwierige Gespräche mit FDP und Grünen werden könnten, davon geht aber auch Höner aus.

Bernhard Dladrup (SPD)

„Für den Kreis und die Liberalen ist das Ergebnis enttäuschend“, diese Bilanz zieht der FDP-Kreisvorsitzende Markus Diekhoff. Denn dass es mit dem Bundestagsmandat für den FDP-Kandidaten am Ende nicht geklappt hat, sei auch für den Kreis Warendorf von Nachteil – weil er keinen dritten Abgeordneten in Berlin hat.

Jessica Wessels (Grüne)

Dass die FDP bei den Zweitstimmen im Kreis Warendorf zwei Prozentpunkte einbüßte, versuchte Diekhoff, etwas schönzureden. „Wir sind jetzt das zweite Mal in Folge bei einer Wahl zweistellig. Das ist auch ein Erfolg. Was mögliche Koalitionsgespräche betrifft, hat er eine klare Präferenz: „Jamaika würden wir gerne noch einmal versuchen.“

Markus Diekhoff (FDP)

Vorsichtiger ist da die grüne Kreissprecherin: „Es wird daran liegen, mit wem wir am meisten Klimaschutz umsetzen können.“

Kommentar: Kein Selbstläufer

Startseite