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Münsterland Festival eröffnet

Donauwellenreiter begeistern Publikum auf Haus Nottbeck

Oelde-Stromberg

Schon im Vorprogramm wurde mit sämtlichen Klischees über Österreich aufgeräumt. Danach kreierten die Donauwellenreiter regelrechte Tonwellen, die über das Publikum hinweg rollten und es förmlich mitrissen.

-hat-

Die Donauwellenreiter kreierten regelrechte Tonwellen, die über das Publikum hinweg rollten und es förmlich mitrissen und in ein Klangbad eintauchen ließen. Die Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Berlin, Dr. Denise Quistorp, freute sich, beim Festival ein Stück österreichischer Kultur präsentieren zu können. Foto: Martin Janzik

Die Donauwellen schwappten am Freitagabend bis ins die münsterländische Bucht, konkret in das Kulturgut Haus Nottbeck im lieblichen Oelder Ortsteil Stromberg. Dort präsentierten die Donauwellenreiter aus Wien Ernst ihren Kammermusikpop im Hofsaal. Bis dahin hatte es die Gäste draußen ausgehalten und den Hauch von spätsommerlichen auf dem zum Museum für Westfälische Literatur umgestalteten Rittergut beim Picknick mit Spezialitäten aus dem Münsterland. Und dass man hierzulande auch Donauwellen zu schätzen weiß, bewies der Caterer, der allerdings regionaltypisch die Sauerkirschen durch Pflaumen ersetzt hatte.

Mit leisen Tönen hatte Mirijam Streibl im Vorprogramm die Besucher auf einen Konzertabend eingestimmt, der mit sämtlichen Klischees über Österreich aufräumte. Die im Münsterland lebende Soundkünstlerin präsentierte Klänge aus ihrer österreichischen Heimat als Toncollage. Kuhglocken und die Bundeshymne waren auch Bestandteil dieses akustischen Cocktails.

Wie immer bei Eröffnungen hatten erst die „Offiziellen“ das Wort. Als Hausherr begrüßte Landrat Dr. Olaf Gericke die zahlreichen Gäste, unter denen politische und kulturelle Prominenz vertreten war. Gericke unterstrich im Hinblick auf den Brexit und die Auseinandersetzungen mit einigen östlichen Partnern die Bedeutung des europäischen Zusammenhalts. „Die Folgen eines Auseinanderdriftens wären dramatisch“, warnte er. Mit Österreich als Partnerland teile man hingegen gemeinsame Geschichte.

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hatte ihren Staatssekretär Klaus Kaiser, der von Moderatorin Monika Leiking mit den launigen Worten begrüßt wurde „Was brauchen wir einen Ministerpräsidenten, wenn ein Kaiser kommt“, entsandt, der die Kultur im ländlichen Raum als unentbehrlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge bezeichnete. Mit Blick auf das Münsterland Festival führte Kaiser aus „Das Kulturangebot braucht sich nicht zu verstecken“ und lobte die Kulturanstrengungen der Landesregierung, die den Kulturetat von 200 auf 300 Millionen Euro erhöht habe.

Mit der Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Berlin, Dr. Denise Quistorp war auch das Gastland prominent vertreten. Ihr Land freue sich, beim Festival junge Talente und damit ein Stück österreichischer Kultur präsentieren zu könne. Ihre scherzhaft gemeinte Bemerkung, ob nicht die gemeinsame Sprache das einzige Trennende zwischen den beiden Ländern sei, wurde schon bei den Klängen der Donauwellenreiter widerlegt. Die Musiker kreierten regelrechte Tonwellen, die über das Publikum hinweg rollten und es förmlich mitrissen und in ein Klangbad eintauchen ließ.

In den nächsten anderthalb Stunden brillierten Maria Craffonara (Geige, Gesang), Jörg Mikula (Percussion), Lukas Lauermann (Cello) und Thom Castaneda (Klavier) mit einem Mix aus verschiedensten Musikstilen. Für den kurzen Exkurs des Pianisten zu den Intrigen und Verfehlungen des inzwischen zurückgetretenen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz gab es vom Publikum spontanen Beifall. Die Kunst mischt sich ein. Auch das ist ein Markenzeichen des Festivals.

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