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Lise de la Salle gastiert zum zweiten Mal beim Kammermusikfestival Liesborn

Eine Art von Magie auf der Bühne

Liesborn

Lise de la Salle tritt wieder beim Kammermusikfestival Liesborn auf. Die Pianistin spielt Tänze von Ravel, Saint-Saens, Rachmaninoff und Piazolla.

Von Dierk Hartleb

Schon zum zweiten Mal in Liesborn: Lise de la Salle Foto: privat

Sie gilt als Riesen-Talent, nicht nur unter Fachleuten, denn ihre Ausnahmebegabung hat sich auch beim Publikum herumgesprochen. Trotz ihres jugendlichen Alters ist Lise de la Salle schon ein „alter Hase“ im Musikgeschäft und auf allen Bühnen der Welt zu Hause. Am 13. Juni gastiert sie erneut beim Kammermusikfestival Liesborn.

Geboren 1988 in Cherbourg, noch im ersten Lebensjahr nach Paris umgezogen, wuchs sie in einer musikverrückten Familie auf. „Ich habe Musik gehört, solange ich denken kann. In unserer Wohnung stand das Klavier meiner Großmutter, auf dem ich noch heute arbeite, und ich habe so lange gebettelt, bis ich Unterricht bekam, Gruppenunterricht.“ Mit acht kam Lise de la Salle aufs Jugend-Konservatorium, mit neun hatte sie ihren ersten Konzertauftritt. Mit zehn verließ sie die normale Schule und begann mit Fernunterricht per Post – in Frankreich nicht völlig ungewöhnlich. Klavierunterricht erhielt sie privat von Pascal Nemirovski, und eher der Form halber ging sie mit 15, wieder mit Sondergenehmigung, ans Conservatoire supérieur.

Sie bezog eine eigene Wohnung, begann ihr eigenes Geld zu verdienen und trennte sich von ihrem Lehrer. „Ich wollte lieber was Dummes auf eigene Verantwortung machen als immer das Richtige unter Anleitung von anderen.“ Bereut hat sie das nie.

Selbstbewusste Wirkung

Im Konzert wirkt Lise de la Salle ernst und selbstbewusst. „Da bin ich völlig auf die Musik fokussiert, und da fühle ich mich sehr sicher. Aber eigentlich bin ich gar nicht so selbstbewusst und gefestigt.“ Sie liebt es, auf der Bühne zu sein. „Was da passiert, ist eine Art Magie. Ich habe natürlich eine Interpretation im Kopf. Aber dann versuche ich, meinen Kopf leer zu machen und zu spielen, als würde ich das Stück gerade erst entdecken“, beschreibt sie ihre Philosophie.

In Liesborn präsentiert sie mit ihre neuesten CD „When do we dance“ Tänze zwischen 1850 bis 1950 von Ravel, Saint-Saens, Rachmaninoff, Piazolla und Jazzstandards. Die Konzerte beginnen um 18 und 20 Uhr. Kartenbestellungen unter

 0 25 23 / 9 50 10 55. Am 5. Juni gastiert das Mariani Klavierquartett.

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