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Dr. Elisabeth Schwarm verabschiedet sich vom Museum Abtei Liesborn

Frischer Wind mit Infotainment

Kreis Warendorf

Dr. Elisabeth Schwarm blickt zurück auf knapp neun Jahre, in denen das Museum Abtei Liesborn sein Gesicht im Innern deutlich verändert hat. Als Leiterin hat sie die Sammlung einer intensiven Frischzellenkur unterworfen. Nun bricht sie zu neuen Ufern auf.

Dierk Hartleb

Dr. Elisabeth Schwarm hat das Museum Abtei Liesborn einer Frischzellenkur unterworfen. Foto: Peter Schniederjürgen

Bei der Frage, womit sie zurzeit beschäftigt ist, umspielt ein Lächeln die Lippen von Dr. Elisabeth Schwarm. „Meinen Schreibtisch aufräumen.“ Dazu gehört auch das E-Mail-Postfach zu durchforsten auf der Suche nach womöglich unbeantwortet gebliebenen Mails. Seit Dienstag dieser Woche ist ihr Arbeitsplatz als Leiterin des Museums Abtei Liesborn verwaist, und die Kunsthistorikerin bereitet sich auf ihre neue Leitungsaufgabe im Museum Huelsmann in Bielefeld vor.

„In Liesborn war es mein Ziel, die Abteigeschichte sichtbarer zu machen“, erklärt Schwarm und blickt zurück auf knapp neun Jahre, in denen das Museum sein Gesicht im Innern deutlich verändert hat. Die in die Jahre gekommene Sammlung hat Schwarm einer intensiven Frischzellenkur unterworfen, die durch die Farbgestaltung, neue Beleuchtung und die Entfernung des Teppichbodens luftig und anregend wirkt. „Ein Museumsbesuch sollte heute auch Infotainment bieten“, lautet eine der Erkenntnisse der Museologie, die die 57-Jährige in ihrer Tätigkeit in der Museumsabtei umgesetzt hat. Bei der Umsetzung kamen dem Haus die diversen Lockdowns der jüngsten Zeit zu Hilfe, da das Museum schließen musste und das Team ausreichend Zeit für die Umgestaltung hatte. Inzwischen ist auch der letzte verbliebende Raum bis auf die Beleuchtung fertig.

Einweihung neuer Räume

Natürlich hätte Schwarm gern die Einweihung der neue Räume im Nordflügel verantwortlich mitgestaltet, wo der neue barrierefreie Eingangsbereich entsteht und der große Schauraum für das Liesborner Evangeliar zumindest im Rohbau Gestalt annimmt. Ein Quantensprung, wie viele Freunde des Museums bemerken.

Das Feld für die Nachfolge ist also weithin bestellt, wenn die gebürtige Lengericherin in Bielefeld die Nachfolge von Prof. Dr. Hildegard Wiewelhove aus Telgte antritt. Als besonders reizvoll an ihrer neuen Aufgabe empfindet sie, nach Verbindungen zwischen der früheren Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld und der Sammlung des Museums Huelsmann zu suchen.

Sammlung stetig erweitert

Bis zum sprichwörtlichen letzten Augenblick hat es Schwarm verstanden, die Sammlung zur Abteigeschichte um wertvolle Objekte zu erweitern. Als letztes war es ein prachtvolles Schloss aus der Barockzeit, das ihr aus Gronau angeboten worden ist. Was die Dauerleihgabe zur Rarität macht, ist der Schlüssel, „denn der fehlt meistens“, wie die Wissenschaftlerin anmerkt. Auch welche Tür der Abtei damit verschlossen wurde, ist nicht bekannt.

Oft sind es zufällige Begegnungen bei Spaziergängen oder Gespräche mit Heimatvereinen, woraus Schenkungen oder Dauerleihgaben resultieren. „Es ist ein Vorteil, wenn man am Arbeitsort wohnt“, lautet ihr Credo. Dankbar ist sie dem Kreis, dass er ihr immer wieder das Budget für Ankäufe zur Verfügung gestellt hat.

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