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Viel Engagement im Therapiezentrum Schmetterlingshof

Gemeinsam sind sie stark

Telgte

Mit „tiergestützter Intervention“ hilft das Therapiezentrum auf dem Schmetterlingshof schwerkranken Kindern. .

Von Marion Bulla

Zwei Poitou-Esel und noch viele Tiere mehr gibt es im Therapiezentrum auf dem Schmetterlingshof. Foto: Marion Bulla

Elisa ist gerade fünf Jahre alt geworden. Mitgemacht hat die Raestruperin in ihrem kurzen Leben schon viel zu viel. Sie ist an Leukämie erkrankt und musste eine Vielzahl an Untersuchungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen. Elisa liebt Tiere. Und die gibt es im Therapiezentrum auf dem Schmetterlingshof, der „tiergestützte Intervention“ anbietet, zuhauf.

Hier blüht die Kleine regelrecht auf. Schon oft war sie auf dem Hof und hat mit großer Freude bei der Pflege der Tiere geholfen. Besonders „Hanni“, das kuschelige Meerschweinchen, Ziege „Lisbeth“ und den Esel „Pepe“ hat die Fünfjährige ins Herz geschlossen. „Sie hat so ziemlich alle Tiere hier einziehen sehen“, erinnert Gründerin Christin Brockmann sich und fügt an, Elisa sei immer willkommen und ein ganz wunderbares Kind.

Derzeit sehen die Werte der Fünfjährigen so gut aus, dass sie sogar wieder in die Kita gehen darf. Christin Brockmann ist Vorstandsvorsitzende und Initiatorin des Vereins „Schmetterlingshof WAF“ und freut sich, wenn das kleine Mädchen auf dem Hof ein wenig von ihren Sorgen abgelenkt werden kann.

Viele Unterstützer

Rund 25 ehrenamtliche Helfer stehen der Therapeutin und ausgebildeten Krankenschwester zur Seite. Darunter ist auch Hanna Baving. Sie ist erst 13 Jahre alt und unterstützt den Verein mit Leidenschaft. „Ich habe hier vor einigen Monaten Wolle abgeholt und Christin hat mir alles gezeigt. Ich fand das alles so toll und seit Mai bin ich regelmäßig hier“, erklärt die Vohrenerin, die gerade dabei ist, im Stall einen Spruch an die Wand zu malen, der passender nicht sein könnte für das Konzept des Schmetterlingshofes: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Ein Satz von Maria Montessori und ein in der Montessori-Pädagogik geprägter Begriff der besagt: Das Kind braucht eine gute vorbereitete Umgebung, also Raum, Material und Pädagogik. Die alles findet sich bei Motopädin Christin Brockmann.

Sigrid Herbst zählt ebenso zu den Helferinnen, die immer dann da sind, wenn Hilfe benötigt wird. Vor allem kümmert sie sich um die zwei sehr seltenen Poitou-Esel Hengst Pepe und Stute Kimalla. „Ich habe früher selbst ein Pferd besessen und kenne mich aus“, sagt sie und striegelt Pepe, der sich das gern gefallen lässt.

Julia Leißing ist zum ersten Mal auf dem Hof. Sie ist ebenfalls ganz begeistert vom Konzept. „Ich finde die Idee schön, dass Traumatisierte hier wieder Vertrauen finden. Auch mit Hilfe der Tiere“, sagt sie. Auch Gertrud Strotmeier unterstützt den Verein. Sie ist unter anderem für das Wollprojekt zuständig und zeigt sich sehr kreativ in Garten und Küche. Lina Baumeister hilft auch. Sie ist sich nicht zu schade, etwa mal die Ställe auszumisten. Heike Möllers ist am Schmetterlingshof ebenfalls ehrenamtlich unterwegs. Oftmals zusammen mit Sohn Alexander. Das Duo macht alles, was so anfällt. „Wir helfen gern“, sagen beide unisono.

Prinzip der Freiwilligkeit

„Es gilt hier das Prinzip der Freiwilligkeit. Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Auch die Tiere nicht. Wir wollen sie schließlich nicht verheizen“, betont Christin Brockmann.

Auf dem Hof ist seit der Gründung vor gut einem Jahr so einiges passiert. Er hat sich entwickelt und ist bekannter geworden. Sie würden immer weiter wachsen, freut Christin Brockmann sich. Am Außengelände gibt es nun einen gepflasterten Bereich für Rollstuhlfahrer und Weidezäune sowie ein Außengehege für die Tiere. Auch drinnen geht es vorwärts. Es gab bürokratische Hürden, doch nun liegt endlich der Nutzungsänderungsbescheid vor und der Brandschutz ist auch gegeben, so dass die behindertengerechten Toiletten gebaut werden können.

Nabu will speziellen Garten anlegen

Es gibt jede Menge Projekte, die die 54-Jährige auf der Agenda hat. Unter anderem eines mit dem Naturschutzbund (Nabu), der sich Gedanken um Artenvielfalt macht und am Schmetterlingshof einen speziellen Garten anlegen wird.

„Eine besonders schöne Aktion sei der 60. Geburtstag von Harald Dütting gewesen. Er lebt im Antonius-Haus und ist ein wahrer Eselfan. „Harald hatte einen so tollen Nachmittag hier bei uns“, erinnert Christin Brockmann sich mit einem Lächeln.

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