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Vorerst keine mobilen Impfteams in schwierige Sozialräume

Gericke: Wir setzen auf Hausärzte

Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf wird zunächst auf Aufklärungskampagnen setzen, um das Impfen in schwierigen Sozialräumen zu unterstützen. Das war ein Ergebnis der Sitzung des Kreistages. Zunächst soll auf das Impfen über die Hausärzte gesetzt werden.

Dierk Hartleb

Mobiles Impfen wie hier auf der Ostseeinsel Poel wird es im Kreis Warendorf zunächst nicht geben. Bei der Impfstrategie setzt der Kreis weiterhin auf das Zentrum in Ennigerloh und verstärkt auch auf die Hausärztinnen und -ärzte. .   Foto: dpa

Mobile Impfteams nach dem Vorbild von Köln oder anderen Orten in Deutschland, wie von den Bündnisgrünen gefordert, wird es im Kreis zunächst nicht geben.

Mit den Stimmen der Antragsteller folgte der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag fast einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, über die Hausärzte zu gehen, um auch an die Menschen in hoch verdichteten Sozialräumen heranzukommen.

Dazu arbeitet der Kreis verstärkt mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) und ihrer Leiterin Diler Senol-Kocaman zusammen, um mit Aufklärungskampagnen für das Impfen zu werben.

Landrat Dr. Olaf Gericke machte geltend, dass das Personal für mobile Impfteams die Kassenärztliche Vereinigung stelle und nicht der Kreis. Voraussetzung für gezieltes Impfen in Wohnquartieren mit hohen Migrantenanteilen sei, dass Gesundheitsminister Laumann die Zusage von 100 000 zusätzlichen Impfdosen einlöse und dass davon auch der Kreis profitiere.

Wohnquartiere mit hohen Migrantenanteilen

Für die SPD gab ihr Fraktionsvorsitzender Dennis Kocker zu bedenken, dass sich diese Bevölkerungsgruppe schwertue, zum Arzt zu gehen. Gericke konterte mit dem Hinweis, dass vor allem an Ärzte, die selbst einen Migrationshintergrund hätten, gedacht sei. Im Übrigen seien die medizinisch- hygienischen Anforderungen für dezentrale Impfstation derart hoch, dass selbst ein Bus nicht in Frage komme, wie Erfahrungen anderer Städte zeigten.

Valeska Grap forderte für die antragstellenden Grünen, die Aufklärungsanstrengungen in verschiedenen Sprachen zu verstärken und dabei auf Multiplikatoren zu setzen.

Zugleich müsse die Aufklärung auch in leicht verständlichem Deutsch erfolgen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Gutsche war den Grünen dankbar, dass sie sich dieses sensiblen Themas angenommen hätten und kündigte an, der Verwaltungsvorlage zustimmen zu wollen. Gericke nahm die Einwände von Grap und Kocker auf und fügte dem Beschluss die Formulierung hinzu, dass man, wenn sich nach einer Evaluierung herausstellen sollte, dass das Angebot über die Hausärzte nicht angenommen werde, noch niedrigschwelliger ansetzen werde.

„Dann werden wir das auch machen“, erklärte der Landrat.

Während der Debatte über die Corona- und Impfstrategie des Kreises, lieferten sich Gericke und AfD-Chef Dr. Christian Blex Wortscharmützel, in denen sich Blex gegen Unterstellungen, verwahrte, das Virus nicht ernstzunehmen oder es zu leugnen und ihn der Landrat aufforderte, nicht wie eine Mimose zu reagieren und ihm frühere verbale Entgleisungen vorhielt.

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