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RVM will außerdem drei Elektrobusse kaufen

Grünes Licht für Wasserstoffbus

Kreis Warendorf

Drei Elektrobusse und ein Wasserstoffbus soll die RVM für den Kreis Warendorf beschaffen. Ob der Kauf eines Wasserstoffbusses sinnvoll ist, stellten einige Politiker in Frage.

Wo kann grüner Wasserstoff getankt werden? Weil diese Frage noch nicht ganz klar geklärt ist, gibt es bei den Grünen im Kreistag Vorbehalte gegen den Kauf eines Wasserstoffbusses. Dieser wurde trotzdem mit großer Mehrheit beschlossen. Foto: Oliver Werner

Der Kreis Warendorf will das kommunale Verkehrsunternehmen RVM beauftragen, einen Wasserstoff- und drei Elektrobusse zu kaufen. Dafür gab es am Freitag grünes Licht im Ausschuss für Mobilität und Planung. Nur jeweils ein Vertreter von Grünen und AfD stimmte dagegen. Ferner gab es zwei Enthaltungen bei den Grünen.

Diskutiert wurde vor allem die Frage, ob die Anschaffung eines Wasserstoffbusses Sinn macht. Hubert Grobecker (Grüne) stimmte gegen den Kauf, weil bislang nicht geklärt ist, ob der Bus mit grünem Wasserstoff betankt werden kann. Dr. Christian Blex (AfD) lehnt die Technologie grundsätzlich ab – wegen des „zu geringen Wirkungsgrades“.

André Pieperjohanns (RVM)

Der RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns wies darauf hin, dass die Anschaffung eines Wasserstoffbusses auch ein starkes Signal in den Markt setzt. So habe die RWE-AG zugesagt, bis Ende 2023 große Mengen von grünem Wasserstoff in Lingen zu produzieren. Weitere Optionen hätten die Westfalen AG, die Raiffeisen Vital Sauerland Hellweg Lippe eG sowie die Kommunen Ahlen und Ostbevern genannt. Darüber hinaus werde die bereits bestehende Wasserstofftankstelle der Westfalen AG in Amelsbüren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ab 2024 grünen Wasserstoff anbieten. Dort könnte der Wasserstoffbus in unmittelbarer Nachbarschaft bei einem Subunternehmer der RVM abgestellt werden, so dass keine langen Wege zur Betankung notwendig sind.

Zusagen für grünen Wasserstoff liegen vor

Grobecker von den Grünen kritisierte die hohen Mehrkosten für die neue Technologie, die der Kreis Warendorf mit 149 000 bis 177 000 Euro angibt.

Valeska Grap von den Grünen betonte, dass ihre Fraktion sich der Wasserstoff-Technologie nicht verschließen wolle. Gerade auf Langstrecken sei das Wasserstoffauto eine gute Alternative. Sie unterstütze den Vorschlag von Martin Lepper (FWG), den Bus nur dann fahren zu lassen, wenn er mit grünem Wasserstoff betankt sei. Eine Anregung, der Pieperjohanns wenig abgewinnen kann. Er rechnet damit, dass es sowieso zwei Jahre dauert, bis der Wasserstoffbus zur Verfügung steht. Bis dahin sollte dann auch grüner Wasserstoff getankt werden können. Und im Übrigen sei die Öko-Bilanz für einen Bus den man einfach nur stehen lässt, natürlich auch eine schlechte.

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