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Sozial-medizinische Nachsorge für Familien

Hilfe zur Selbsthilfe bei Diabetes

Kreis Warendorf/HAMM

Die Sozial-medizinische Nachsorge bei Innosozial ist eine Ergänzung zu den bestehenden Strukturen mit dem Ziel, den Eltern Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Der sechsjährige Nils hat mit seiner chronischen Stoffwechselerkrankung von diesem Angebot profitiert.

Von Angelika Knöpkerund

An Diabetes erkrankten Kindern hilft Innosozial im Rahmen der Sozial-medizinischen Nachsorge (v.l.): Koordinatorin Birgit Gerwin und Case-Managerin Susanne Wenge. Foto:

Bei dem sechsjährigen Nils wurde Diabetes Typ I diagnostiziert, eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper das Insulin nicht bilden kann. Die Diagnose traf die Eltern wie ein Schock. Eine Woche lang musste sich der Grundschüler im Krankenhaus verschiedenen Untersuchungen stellen.

Jetzt wird er entlassen und neben dem Diabetologen und den Eltern ist auch Susanne Wenge, Case-Managerin bei Innosozial, beim Abschlussgespräch dabei. Die ausgebildete Kinderkrankenschwester betreut und begleitet die Sozialmedizinische Nachsorge nach dem Modell „Bunter Kreis“. Koordinatorin Birgit Gerwin kann dank der „Aktion Mensch“ auf eine großzügige Förderung für das Projekt zurückgreifen, das nach drei Jahren Ende September dieses Jahres ausläuft.

„Aufgrund des guten Erfolges wird die Sozialmedizinische Nachsorge aber durch uns auf jeden Fall weiter angeboten und individuell über Finanzierungshilfen durch die Krankenkassen fortgesetzt“, ist sie sicher.

Mehr als 30 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren aus dem Kreis Warendorf und der Stadt Hamm sind bislang betreut worden. Einmal pro Woche kommt Susanne Wenge in die Familie, hilft bei der Umsetzung der vom Diabetologen empfohlenen Therapien und beim Ausfüllen von Anträgen zum Beispiel für Hilfsmittel. „Er entscheidet über den individuellen Bedarf“, sagt Birgit Gerwin.

Keine Konkurrenz zu anderen Trägern

Das Projekt verstehe sich nicht als Konkurrenz zu Angeboten anderer Träger, macht sie deutlich. Die Sozial-medizinische Nachsorge sei vielmehr Ergänzung zu den bestehenden Strukturen mit dem Ziel, den Eltern Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Bei den Migranten sei in vielen Fällen Unterstützung bei der Berechnung des Insulins, beim Katheterwechsel und der Integration in Kindergarten oder Schule gefragt. „Die Eltern sind sehr dankbar für unsere Hilfe“, sagt Susanne Wenge und zitiert die Mutter eines betroffenen Kindes. „Durch die Unterstützung haben wir wieder in den geregelten Alltag gefunden und auch dazu, dass unser Kind zu Geburtstagen gehen und sein bisheriges Leben wieder annähernd führen kann.“

Gerade in Corona-Zeiten ist die Hilfe wichtiger denn je, gerade auch dann, wenn durch Sprachprobleme die Einhaltung von Terminen erschwert wird. Eine enge Zusammenarbeit mit den Diabetes-Ambulanzen ist gewährleistet, ein Helfernetzwerk aufgebaut. Eine Elternmappe nebst Kalender erleichtert die Kontrolle. In zehn Sprachen stellt Innosozial den Familien Informationsmaterial über Maßnahmen zum Schutz vor Corona zur Verfügung.

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