1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreisseite-warendorf
  6. >
  7. Innovation statt Verbote

  8. >

Revolution in der Landwirtschaft

Innovation statt Verbote

Kreis Warendorf

Das Verfahren ist patentiert und verspricht eine nachhaltige Möglichkeit zur Entsorgung des Problemstoffs Gülle in viehzuchtintensiven Gebieten sowie des Laubs, was je nach Jahreszeit in großen Mengen anfällt. Die Revolution in der Landwirtschaft ist perfekt.

Mit einem neuartigen Verfahren sorgt das münsterländisch-niedersächsische Unternehmen A+M Unternehmensberatung GbR in Kooperation mit der Fachhochschule Osnabrück derzeit für eine kleine Revolution im Bereich Landwirtschaft, das nun durch Fördermittel des Bundes unterstützt wird. Der innovative Prozess, bei dem zerkleinertes Laub mit Gülle vermengt wird, sorgt für eine deutliche Reduzierung der Nitratabgabe in das Grundwasser und verbessert nachhaltig die Bodenbeschaffenheit. Ein hummusreiches Produkt mit Torfeigenschaft entsteht. Der Prozess ist europaweit als SteenFos-Verfahren patentiert. So werden die beiden Stoffströme „tierische Exkremente aus der Landwirtschaft“ und „Laub aus kommunaler Entsorgung“ zu einem rein organischen Düngeprodukt. Die Entwicklung der Pilotanlage findet in Ahlen (Kreis Warendorf) statt.

Agrarwende durch Innovationen

Um diesen Ansatz wissenschaftlich zu begleiten und bald zur Marktreife zu bringen, erhielt die münsterländisch-niedersächsische Kooperation nun 640 000 Euro von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Das SteenFos-Verfahren schafft eine nachhaltige Möglichkeit zur Entsorgung des Problemstoffs Gülle in viehzuchtintensiven Gebieten und des Laubs, das in unseren Städten und Gemeinden in großen Mengen anfällt. Es trägt damit in bedeutender Weise zu einer kreislauffähigen Landwirtschaft bei. Das zeigt: Die Agrarwende wird nicht nur auf der großen Bühne entschieden, sondern auch durch solche Innovationen findiger Unternehmen vor Ort“.

Bei der feierlichen Übergabe des Förderbescheids im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin war auch der heimische Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum dabei, der das junge Unternehmen seit zwei Jahren bei der Kontaktaufnahme zu Ministerien und Behörden unterstützt.

„Durch die praxisorientierte Innovation und intensiveForschung mit wissenschaftlicher Unterstützung durch Prof. Dr. Hans Werner Olfs von der Fachhochschule Osnabrück ist das Projekt sehr vielversprechend. So entsteht für die Landwirtschaft ein für Böden, Grundwasser und die kommunale Laubentsorgung interessantes Düngeverfahren“, so Rehbaum. „Nicht immer neue Verbote, sondern Innovationen sind der richtige Weg für Umweltschutz, starke Landwirtschaft und Wirtschaft“, unterstreicht Henning Rehbaum.