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Heilpädagogische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche

Jeder wird gefördert und gefordert

Dolberg

Die Bewohner der Wohngruppe Asternweg des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe sind aktuell zwischen 13 und 22 Jahre alt. Diese und andere Fakten nennt Bereichsleiterin Antje Leitheiser im Interview.

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Die heilpädagogische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche arbeitet seit Herbst 2017 an ihrem Standort in Dolberg.   Foto: LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat am Asternweg in Dolberg im ehemaligen Evangelischen Gemeindezentrum eine heilpädagogische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Redakteurin Angelika Knöpker hat mit Bereichsleiterin Antje Leitheiser darüber gesprochen.

Wie groß ist die Gruppe und wie alt sind die Bewohnerinnen und Bewohner?

Leitheiser: Die Bewohner der Wohngruppe Asternweg sind aktuell zwischen 13 und 22 Jahre alt. Ausgelegt ist die Wohngruppe für insgesamt neun Bewohner.

Warum brauchen sie Betreuung?

Leitheiser: Die Gründe, weshalb Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene in der Wohngruppe leben, sind sehr unterschiedlich. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die Bedingungen und Umstände in und mit ihren Familien eine gesunde Entwicklung und notwendige Förderung nicht ermöglichen. Aspekte dazu können im einzelnen zum Beispiel Schulschwierigkeiten, krisenhafte Situationen im Elternhaus, Erkrankungen von Eltern, Orientierungslosigkeit, Beeinträchtigungen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsene durch schädliche Einflüsse und vieles mehr sein.

Wie viele Mitarbeiter kümmern sich?

Leitheiser: Aktuell sind in dieser Wohngruppe acht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Voll- und Teilzeit beschäftigt, die die Bewohner rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr begleiten.

Wie sieht diese Betreuung aus?

Leitheiser: Die sozialpädagogische Betreuung der Bewohner ist so individuell wie die Bewohner. Jeder wird gefördert und gefordert. Dazu werden gemeinsame Hilfepläne erstellt. Selbst die Alltagsversorgung wird gemeinsam geplant und gestaltet. Das bedeutet: Einige Bewohner werden etwa geweckt für die Schule, bekommen ein vorbereitetes Frühstück, andere versorgen sich selbst und schaffen das sehr gut. Selbstbewusstsein, Selbstwert und Autonomie sind Aspekte, die in der Entwicklung aller junger Menschen eine bedeutsame Rolle spielen. Alle Dinge des täglichen Lebens werden – je nach Möglichkeiten – mit den Bewohnern besprochen. Dazu gehören Freizeitgestaltung (individuell und als Gruppe), Planung und Umsetzung von Ferienfreizeiten, Essenspläne, Beschwerdebearbeitung, Gruppenrunden. Schüler, die Förderung bei der Erledigung von Aufgaben benötigen, werden unterstützt. Arztbesuche, die im Alltag anstehen, werden je nach Bedarf begleitet. Auch die Eltern werden punktuell in den Betreuungsalltag mit einbezogen.

Wie sieht der Alltag der Jugendlichen aus?

Leitheiser: Alle Bewohner der Wohngruppe kommen einer Beschäftigung nach. Einige gehen zu unterschiedlichen Schulen, andere arbeiten in Werkstätten und sind somit bereits in das Berufsleben integriert. Diese Integration findet in einem geschützten Rahmen statt. Nach Schule oder Arbeit erledigen die Bewohner ihre Aufgaben, verbringen gemeinsam Freizeit (Spielen, Fernsehen, Musik hören, Chatten) oder gehen individuellen Interessen (Besuch von Vereinen) nach.

Welche Freizeitangebote gibt es?

Leitheiser: Unabhängig von der gegenwärtigen Corona-Lage steht den Bewohnern der WG Asternweg ein großer Garten zur Verfügung. In diesem werden viele Spiele angeboten (Volleyball, Fußball, Badminton, Tischtennis, etc.). In dem Garten werden aber auch Gartenprojekte wie die Anlage eines Hochbeets umgesetzt. Bedingt durch die Pandemie haben die Bewohner sich angewöhnt, regelmäßig gemeinsam spazieren zu gehen, da andere Freizeitaktivitäten momentan eher schwer zu realisieren sind.

Wie lange bleiben die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung?

Leitheiser: Es ist sehr unterschiedlich, wie lange die Bewohner in der Wohngruppe bleiben. Abhängig ist das zum Beispiel von den vereinbarten Zielen. Bei einigen Bewohnern ist es das Ziel, wieder in die Familie zurückzukehren, dann kann der Aufenthalt kurz sein. Aber es gibt auch Bewohner, für die eine Rückkehr in die Familie keine Option ist. Dann ist der Aufenthalt deutlich länger, und am Ende des Aufenthaltes geht es um eine Verselbstständigung etwa in einer eigenen Wohnung. Auch dabei können die jungen Menschen dann noch unterstützt werden. Einige Bewohner wechseln in spezielle Einrichtungen für Erwachsene mit Beeinträchtigungen.

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