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Pastorale Räume statt weitere Fusionen

Katholiken stellen sich neu auf

Kreis Warendorf

Spielt Gott noch eine Rolle im Leben der Menschen heute? Den Weg in die katholische Kirche finden jedenfalls immer weniger. Auch das ist ein Grund, warum sich die Pfarreien im Kreisdekanat Warendorf jetzt neu aufstellen.

Von Beate Kopmann

Eva-Maria Jazdzejewski (l.) moderierte das Gespräch über die geplanten neuen Strukturen im Kreisdekanat Warendorf. Erarbeitet wurden die Vorschläge unter anderem vom Regionalteam: Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek (Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge) und Matthias Schlettert (Pastoralreferent). Foto: Beate Kopmann

Weniger Katholiken, weniger Kirchgänger, weniger Priester: Dieser Schrumpfungsprozess erfordert neue pastorale Strukturen. Ein Vorschlag, den das Bistum für das Kreisdekanat Warendorf erarbeitet hat, wurde am Mittwochabend in Warendorf vorgestellt. Danach sind weitere Fusionen vom Tisch. Stattdessen könnte es acht pastorale Räume im Kreisdekanat geben. Das Konzept ist aber nicht festgezurrt, es soll mit den Gläubigen diskutiert und im Frühling 2023 entschieden werden. „Das sind nur Vorschläge. Wir möchten jetzt von Ihnen wissen: Wollen Sie diesen Weg mitgehen?“, fragte der Weihbischof in die Runde.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn

Gut 100 Vertreter der Pfarreien – sowohl Hauptamtliche als auch Ehrenamtliche – waren zur Auftaktveranstaltung gekommen. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp informierten über den geplanten Prozess. „Es geht darum, Strukturen zu finden, die den Menschen helfen, den Reichtum des Glaubens für ihr Leben zu finden“, beschrieb Zekorn das Ziel. Neu an dem Ansatz ist unter anderem, dass die pastoralen Räume nicht von einem Pfarrer geleitet werden müssen. Diese könnten sich so mehr ihren priesterlichen Aufgaben widmen.

Stellten die Vorschläge für die pastoralen Räume im Kreisdekanat Warendorf vor (von links): Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek, Matthias Schlettert und Kreisdechant Peter Lenfers. Foto: Beate Kopmann

Als künftige pastorale Räume vorgeschlagen wurden: 1. Ostbevern-Telgte-Everswinkel; 2. Warendorf; 3. Ahlen; 4. Sassenberg-Harsewinkel-Beelen; 5. Hamm; 6. Ennigerloh-Oelde, 7. Beckum-Wadersloh-Lippetal und 8. Sendenhorst- Drensteinfurt-Ascheberg.

Acht pastorale Räume geplant

Die neuen Einheiten sollen bis 2040 Bestand haben. Geplant ist, dass mindestens zwei bis drei Priester pro pastoralem Raum zur Verfügung stehen. Weiter sollen vier bis sechs Pastoralreferenten eingebunden werden.

Leitung muss nicht am Pfarrer hängen

Mit den neuen Strukturen wolle man nicht Pfarreien oder Verbände ersetzen, betonte der Generalvikar. Die stärkere Kooperation bei der Seelsorge ermögliche aber, mehr ressourcenorientiert zu arbeiten. „Es hat eben nicht jeder ein Händchen für Kinder und Jugendliche oder für Trauerbegleitung“, nannte Winterkorn ein Beispiel. Gebraucht werde künftig auf jeden Fall mehr Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien sowie zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen. Wichtig sei außerdem eine genaue Rollenklärung. Ferner brauchten die Ehrenamtlichen eine gute Schulung. „Der Glaube muss alltags- und lebensrelevant sein, sonst erreichen wir die Leute nicht“, sagte Winterkorn. Auch deswegen soll geprüft werden, wie etwa katholische Kitas, Krankenhäuser, Schulen oder Beratungsstellen in die Arbeit eingebunden werden können.

Kooperation und genaue Rollenklärung

Fragen zum Prozess im Kreisdekanat Warendorf können gerichtet werden an: strukturprozess-waf@bistum-muenster.de Weitere Infos gibt es unter: www.bistum-muenster.de/strukturprozess.

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