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Ausschuss befürwortet Anschaffung von zwei Wasserstoffbussen

Kreis peilt Vorreiterrolle an

Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf will zwei Wasserstoffbusse kaufen – das hat Mehrkosten von 151 000 bis 201 000 Euro im Jahr zur Folge.

Dierk Hartleb

Auf längeren Strecken sind wasserstoffbetriebene Busse batteriebetriebenen Transportfahrzeugen wegen ihrer größeren deutlich höheren Reichweite überlegen. Der Kreis Warendorf beauftragt die RVM, zwei solcher Busse anzuschaffen. Foto: BMW

Zwei Busse der Regionalverkehr Münsterland GmbH sollen künftig mit Wasserstoffantrieb fahren. Das stellte RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns am Freitag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Mobilität und Planung in Aussicht. Die jährlichen Mehrkosten von 151 000 bis 201 000 Euro übernimmt auf Beschluss des Gremiums der Kreis.

André Pieperjohanns

Pieperjohanns unterstrich, dass es sich um ein Modellprojekt zur Entwicklung umweltfreundlicher Mobilität handele. „Durch den Einsatz von zwei Wasserstoffbussen lassen sich jährlich 182 Tonnen CO einsparen“, führte Pieperjohanns weiter aus. Eingesetzt werden soll die neue Brennstoffzellen-Technologie auf der Linie R62/63 zwischen Beckum und Warendorf. Mit 1300 Kunden an Werktagen weise die Linie hohe Fahrgastzahlen auf. Davon verspricht sich die RVM einen zusätzlichen Effekt und will zum einen eine Vorreiterrolle zumindest im Münsterland übernehmen und zum anderen auch bei den Kunden und weiteren Verkehrsteilnehmern für diese Technologie werben.

Betankung ist noch problematisch

Als problematisch erweist sich derzeit noch die Betankung. Die nächstgelegenen Tankstellen befinden sich Münster-Amelsbüren und in Rheda-Wiedenbrück. Für die Fahrten dorthin müssen zusätzlich 66 000 beziehungsweise 48 000 Euro veranschlagt werden.

Eigene Wasserstoff-Tankstelle in Beckum?

In dem Beschlussvorschlag, den der Ausschuss mit Gegenstimme der AfD annahm, ist die Empfehlung für eine womöglich privat betriebene Wasserstofftankstelle im Kreisgebiet enthalten. Sollte sich diese Absicht nicht umsetzen lassen, kann sich der Kreis vorstellen, auf dem Baubetriebshof in Beckum eine eigene Wasserstoff-Tankstelle zu errichten. Sie auch für private Nutzer freizugeben, wie aus den Reihen der Bündnisgrünen gefordert wurde, ließe sich allerdings nicht realisieren, wie der RVM-Geschäftsführer verdeutlichte: weil der Platz in Beckum nicht ausreiche und der Betrieb einer Tankstelle nicht zum Kerngeschäfts des Transportunternehmens gehöre.

AfD-Vertreter Dr. Christian Blex schmeckten weder der hohe Preis für Wasserstoff von 9,50 Euro pro Kilogramm noch die Förderung durch Land und Bund für die Anschaffung und den Betrieb der Busse. Alle anderen Fraktionen bejahten den Einstieg in die neue Technologie, wobei André Pieperjohanns von einem Liefertermin von 2022 ausgeht. Wie bei jeder neuen Technologie ließe sich sich die weitere technische wie ökonomische Entwicklung noch nicht absehen.

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