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CDU im Gespräch mit WLV

Landwirtschaft plant Aufbau eigener Absatzstrukturen

Kreis Warendorf

Zu Investitionen in mehr Tierwohl ist die Landwirtschaft bereit. Das ist das Fazit eines Treffens mit CDU-Politikern und Vertretern der Landwirtschaft. Es gibt diesbezüglich allerdings auch ein großes „Aber“...

Neujahrsgespräch bei der Landwirtschaft: Foto: WLV

Die Situation in der Landwirtschaft ist heterogen: Schweinehalter stehen mächtig unter Druck und die Schlachtbranche erreicht nicht einmal eine 90-prozentige Auslastung. Anders geht es den Rinderhaltern: Rindfleisch liegt im Trend und die Bullenpreise auf hohem Niveau. Die Milchpreise decken die höheren Kosten und Ackerbauern, die im Sommer günstig Dünger kauften und jetzt das Getreide verkaufen, erzielen gute Preise. „Aber das kalkulatorische Risiko ist sehr hoch. Wer sich verschätzt, zahlt drauf“, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in einer Mitteilung.

Beim Neujahrstreffen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und dem Vorsitzenden des CDU-Landes-Agrarausschusses und Landtagskandidaten Markus Höner sprachen der Kreisverbandsvorsitzende, sein Stellvertreter Andreas Westermann sowie Kreisgeschäftsführer Dr. Matthias Quas über drängende Fragen der Landwirtschaft.

Zu Investitionen in mehr Tierwohl ist die Landwirtschaft bereit. Allerdings blieben die steigenden Verbraucherausgaben bei Schlachtbetrieben und Lebensmitteleinzelhandel hängen. Der Landwirt bekomme von der Marge wenig ab. Zwei Auswege seien denkbar: Entweder gibt der Lebensmitteleinzelhandel etwas von seiner Marge ab – oder der Berufsstand macht sich auf den Weg, eigene Absatzstrukturen aufzubauen. Das geschieht gerade.

Dass mehr Tierwohl in besseren Haltungsstufen mit dem aktuellen Baurecht nicht vereinbar ist, sorgt nach wie vor für eine Patt-Situation auf den Höfen. „Es müssen jetzt baurechtliche Themen angegangen werden, damit die Ernährungssicherheit in Deutschland gewährleistet bleibt. Wir bekennen uns ganz klar zu den Vorschlägen der Borchert-Kommission, weil sie auch Wege einer Finanzierung aufweisen“, betont Höner.

Mit Blick auf die Düngeverordnung müsste die Messstellen-Problematik vom Tisch. „Wir konnten in unserem Kreis bei vielen Messstellen nachweisen, dass die Landwirtschaft nicht der Hauptverursacher ist“, so der Kreisvorsitzende.

Mit Blick auf die geplanten Strom-Trassen präferieren die meisten Landwirte Freilandleitungen, damit kein kostbarer Boden verloren geht. Die unterirdische Verlegung der Leitungen würden dagegen den Ackerboden dauerhaft beeinträchtigen, so Schulze-Zumloh. „Daher können wir keine Einmalzahlung akzeptieren, sondern brauchen eine jährliche Entschädigung.“

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