Abrechnungen auf dem Prüfstand

Betrug bei Corona-Tests: Laumann gegen Generalverdacht

Kreis Warendorf

Schwarze Schafe gibt es - aber die meisten Betreiber von Teststellen leisteten gute Arbeit. Darauf wies NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in Warendorf hin.

Von Beate Kopmann

Großes Medieninteresse: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann beim Besuch der DRK-Teststelle in Warendorf. Im Hintergrund (v.l): Bürgermeister Peter Horstmann, Foto: Beate Kopmann

Es gibt sie: Betrüger, die mit Schnelltests Geld gemacht haben. Auch im Kreis Warendorf hatte der Kreis einer Teststelle in Drensteinfurt die Lizenz wegen fehlender Zuverlässigkeit entzogen. Dass wegen einiger „Schwarzer Schafe“ alle anderen unter Generalverdacht stehen, ärgert NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Er war am Donnerstag in Warendorf, um sich in der vom DRK betriebenen Teststelle mit den Verantwortlichen vor Ort zu unterhalten.

Viele private Betreiber leisten gut Arbeit

Laumann wies darauf hin, dass viele Teststellen nicht nur von Ärzten oder Hilfsorganisationen betrieben würden, sondern auch durch Private. Der Minister nannte als Beispiel einen Eventveranstalter, der wegen der Pandemie seit Monaten kein Geld verdienen konnte und sich deswegen auf die Durchführung von Schnelltests konzentriert hatte. Er kenne solche Leute – und viele leisteten gute Arbeit, so Laumann. Im Nachhinein habe es sich bewährt, dass es in keinem Bundesland so strenge Kontrollen der Teststellen gegeben habe wie in Nordrhein-Westfalen. „Wir können den Abrechnungsstellen jetzt alle Daten zur Verfügung stellen, die gebraucht werden“, sicherte der Minister zu.

Minister Karl-Josef Laumann

DRK-Geschäftsführer Jens Peters wies darauf hin, dass sich das Terminbuchungssystem bewährt habe, mit dem man in Warendorf arbeite. Seit Mitte März seien in der Teststelle des DRK in Warendorf über 31 000 Testungen durchgeführt worden. Dabei habe man durch die Terminbuchung eine Anhäufung von Kontakten vermeiden können.

Teststelle in Drensteinfurt stillgelegt

Einig waren sich der Minister und die Verantwortlichen vom Kreis, dass Teststellen benötigt werden, bis die Herdenimmunität erreicht sei. „Die Tests sind die Brücke, die wir brauchen, um schon jetzt gesellschaftliches Leben wieder verantwortungsbewusst zuzulassen“, sagte Laumann. Der Staat lasse sich das viel kosten. So seien am Samstag vor Pfingsten 800 000 Testungen durchgeführt worden. „Das hat uns 16 Millionen Euro gekostet.“ Dies sei viel Geld. „Natürlich sollen die Betreiber von Teststellen auch ordentlich Geld verdienen“, so Laumann. „Ob es in dieser Höhe sein muss“ bezweifelte er aber.

170 Teststellen im Kreis Warendorf

Im Kreis Warendorf gibt es derzeit 170 Corona-Teststellen, 108 werden von Arztpraxen betrieben, 20 von Apotheken und 42 von Testzentren. Bis Mitte der Woche wurden im Kreis Warendorf insgesamt 465 186 Tests durchgeführt, davon waren 1216 positiv. Das ist ein Anteil von 0,26 Prozent.

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