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Schwerer sexueller Kindesmissbrauch

Mehr als sieben Jahre Haft gefordert

Kreis Warendorf

Laut der Gutachter im Prozess gegen einen 35-jährigen Mann aus Ostbevern wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sei keine Sicherheitsverwahrung für den Angeklagten nötig. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und fünf Monate Haft. Die Verteidigung plädiert für ein mildes Urteil. Dieses wird voraussichtlich am 28. Juni gefällt.

Eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten hat die Staatsanwaltschaft für einen 35-jährigen Mann aus Ostbevern gefordert. Foto: dpa / Patrick Pleul

Sieben Jahre und fünf Monate Haft fordert die Staatsanwaltschaft für den 35-jährigen Mann aus Ostbevern, dem wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs der Prozess vor dem Landgericht Münster gemacht wird. Die Verteidigung beantragte ein „mildes Urteil“.

Vor den Plädoyers hatten zwei Gutachter, Professor Dr. Ulrich Rottbeck-Borggrebe und Professor Dr. Dieter Seifert, ein Gutachten vorgelegt, wonach keine Sicherheitsverwahrung für den Angeklagten notwendig sein soll. Es sei nicht davon auszugehen, dass der 35-Jährige erneut so schwere Straftaten begehen würde, urteilten die Gutachter. Denn einen Hang zu sexuellem Kindesmissbrauch könne man dem Mann nicht nachweisen.

Verantworten muss sich der Angeklagte dennoch für drei Taten im Zusammenhang mit schwerem sexuellen Kindesmissbrauch. Dabei geht es um den elfjährigen Ziehsohn von Arian V., der in einem gesonderten Verfahren vor Gericht steht. Ferner werden dem Ostbeverner vier Taten zur Last gelegt, bei denen es um die Verbreitung von kinderpornografischen Daten geht.

Angeklagte in weiten Teilen geständig

Die Nebenklägerin, die die Interessen des elfjährigen missbrauchten Kindes vertritt, hat sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Bereits an einem der früheren Verhandlungstage hatte sich die Nebenklägerin mit dem Angeklagten auf einen Vergleich geeinigt. Danach zahlt der 35-Jährige dem Elfjährigen außergerichtlich 5000 Euro. Diese Geldzahlung sowie die Tatsache, dass der Angeklagte in weiten Teilen geständig war, seien vermutlich der Grund, weswegen die Verteidigung um ein „mildes Urteil“ bat, schlussfolgerte Dr. Steffen Vahlhaus, Pressesprecher des Landgerichts nach der nichtöffentlichen Verhandlung.

Bereits am 28. Juni wird voraussichtlich das Urteil gefällt. An dem Tag soll dann der Angeklagte das letzte Wort haben.

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