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Gewässermaßnahme dient zum Schutz vor Hochwasser

Mehr Natur am Forthbach

Oelde-Sünninghausen

Der Kreis hat in der Gemeinde Oelde-Sünninghausen als Eigentümer eine Fläche von 1,2 Hektar zur Verfügung gestellt, um dort eine Gewässerentwicklungsmaßnahme in Gang zu setzen, die letztlich auch zu einem Hochwasserschutz führt.

Von und

Überzeugten sich vom aktuellen Baufortschritt (v.l.): Verbandsvorsteher Rudolf Erlemann, Dr. Matthias Quas vom landwirtschaftlichen Kreisverband, Oeldes Bürgermeisterin Karin Rodeheger, André Hackelbusch vom Umweltamt des Kreises Warendorf, Landrat Dr. Olaf Gericke, Moritz Hillebrand vom Wasser- und Bodenverband Oelde sowie Thomas Spieker und Timo Kaup von der Bezirksregierung Münster Foto: WLV

Östlich von Sünninghausen in der Bauerschaft Wibberich wird gerade ein Abschnitt des Forthbachs renaturiert. Der Wasser- und Bodenverband Oelde setzt hier eine Gewässerentwicklungsmaßnahme um – auch mit Blick auf den Hochwasserschutz ein bedeutendes Projekt. Deswegen konnte Rudolf Erlemann, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Oelde, Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeisterin Karin Rodeheger vor Ort begrüßen.

Auf einer Fläche von 1,2 Hektar und knapp einem halben Kilometer Gewässerlänge wird der Forthbach ökologisch aufgewertet. Dazu wurde ein gewundener Gewässerverlauf gebaggert, der sich nun frei durch angrenzende Auenbereiche bewegt. Zur strukturellen Aufwertung von Gewässersohle und Uferbereichen werden Totholz und Kies eingebaut.

Gute Zusammenarbeit

Erlemann nutze diese Gelegenheit, sich bei der Kreisverwaltung für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Der Kreis Warendorf hat nicht nur als Eigentümer die für die Maßnahme notwendige Fläche bereitgestellt, sondern auch einen Teil der Maßnahmenkosten finanziert. Die gewässerstrukturellen Aufwertungsmaßnahmen kosten rund 140 000 Euro. 80 Prozent dieser Kosten trägt das Land NRW.

Neben einem neuen Verlauf hat der Forthbach in diesem Abschnitt weitläufige Auen erhalten, die im Falle eines Hochwassers eine große Menge Wasser zurückhalten können. Durch die längeren Verweilzeiten des Hochwassers profitieren unterhalb liegende Gewässerabschnitte durch geringere Hochwasserspitzen und längere Vorwarnzeiten. Deshalb geht mit der Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen häufig eine Verbesserung der Hochwassersituation einher.

Positive Synergieeffekte

Landrat Gericke unterstrich die positiven Synergieeffekte dieser Maßnahme: „Wir haben vor einigen Wochen im Ahrtal gesehen, welche Schäden Wasser anrichten kann. Auch wenn die landschaftlichen Verhältnisse bei uns andere sind, hat das Thema Hochwasserschutz bei uns eine außerordentlich hohe Bedeutung. Insofern freue ich mich, dass es an dieser Stelle gelungen ist, Naturschutz, Gewässerökologie und Hochwasserschutz in einem gemeinsamen Projekt zu verwirklichen.“

Aber bei solchen Projekten geht es neben Natur und Hochwasserschutz eben immer auch darum, dass die Menschen die Möglichkeit erhalten, das Gewässer und die umgebende Landschaft zu erleben. „Wenn wir es schaffen, mit Hilfe solcher Beispiele eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für Gewässerrenaturierungen zu schaffen und wieder mehr Natur in unseren Gewässern zulassen, dann sind die dafür notwendigen finanziellen Mittel eine gute Investition in unsere Zukunft“, freute sich Bürgermeisterin Karin Rodehegers. Dazu können sich Interessierte am Rande der Maßnahme nahe der Brücke über den Forthbach mit Hilfe einer Hinweistafel über die Maßnahme informieren.

Technische Details

Über die technischen Details der Umsetzung und insbesondere über die gewässerökologische Bedeutung des Totholzes informierte Moritz Hillebrand, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Oelde: „Das Totholz ist ein ganz wichtiger Baustein solcher Gewässerentwicklungsmaßnahmen, weil das Totholz einerseits die Fließgewässerdynamik fördert und dabei gleichzeitig Nahrungsgrundlage und Lebensräume für Gewässerorganismen bereitstellt.“ Mit dem Einbau des Totholzes wird dem Gewässer ein Ausgangszustand bereitgestellt, der durch eine mehrjährige, eigendynamische Entwicklung durch das Gewässer selbst weiter gestaltet wird.

Dadurch entwickeln sich naturraumtypische Lebensräume im und am Gewässer, die vielen Tier- und Pflanzenarten zukünftig geeignete Lebensräume bieten. Die Fertigstellung der Maßnahme ist in den nächsten zwei bis drei Wochen geplant.

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