Mobilitätswende kommt nicht voran

Nur Schneckentempo für die Bahn

Kreis Warendorf

Von wegen Mobilitätswende: Wenn es für die Schiene nicht mehr Geld gibt, bleibt für die Bahn – insbesondere auf der Strecke zwischen Münster und Rheda – nur Schneckentempo. Aber auch die Reaktivierung der WLE lässt auf sich warten. Weitere Machbarkeitsstudien waren schließlich schon vor eineinhalb Jahren in Auftrag gegeben worden.

Von Beate Kopmann

Seit Jahrzehnten verhindern ungesicherte Bahnübergänge an der Strecke zwischen Münster und Rheda, dass es mindestens zu einem Halbstundentakt kommen kann. Foto: Klaus Meyer

Das Schlagwort „Mobilitätswende“ klingt gut. Schließlich wollen alle Parteien mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. An guter Planung fehlt es nicht. Aber: „Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren daran, Bahnübergänge an der Strecke 406 zu beseitigen“, ärgerte sich Detlef Ommen (SPD) im Umweltausschuss. Ihm dauert die Umsetzung viel zu lange. Auch reiche das Geld vorne und hinten nicht. Bund und Land müssten deutlich mehr Investitionsgelder zur Verfügung stellen.

Geld reicht hinten und vorne nicht

Denn noch immer sei die Schienenstrecke zwischen Münster und Rheda eine der wenigen im Land, auf der es nur einen Stundentakt gibt. Das liege insbesondere an der hohen Zahl technisch ungesicherter Bahnübergänge. Hubert Grobecker (Grüne) wies darauf hin, dass der angestrebte Halbstundentakt außerdem nur ein Zwischenziel sein dürfe. „Gebraucht wird der 20-Minuten-Takt.“ Um mehr Tempo für die Bahn zu erreichen, müsse bei der Deutschen Bahn handwerklich besser gearbeitet werden, so Ommen.

Detlef Ommen (SPD)

Auch bei der Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn zwischen Münster und Sendenhorst gehe es eher im Schneckentempo voran. Die Machbarkeitsstudien seien bereits vor eineinhalb Jahren in Auftrag gegeben worden. Dass eine Verlängerung der Strecke sogar bis Warstein geprüft werden soll, begrüßte Josef Schmedding (CDU), der dieses Vorhaben als „zielführend“ bezeichnete.

Sowohl die Schienenstrecke zwischen Münster und Rheda als auch die WLE (im ersten Ausbauschritt zwischen Münster und Sendenhorst) sind Bestandteil des geplanten S-Bahnnetzes Münsterland. Im Kreis Warendorf gehören künftig vier Strecken zum S-Bahnnetz:

Vier Strecken im Kreis gehören zum S-Bahnnetz

Die Strecke Münster-Osnabrück wäre die S 6. Die Bahnstationen Westbevern und Ostbevern sind beide in Investitionsprogrammen enthalten, durch die sie modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden können.

Die Strecke Münster -Warendorf-Rheda-Wiedenbrück wäre die S 7. Die Arbeitsschwerpunkte sind derzeit die Themen Bahnübergangsbeseitigung und Bahnbeschleunigung.

Die WLE-Strecke Münster-Sendenhorst wäre die S 8. Hier laufen sowohl die Planungen für den Hauptbahnhof Münster (neuer Bahnsteig an Gleis 20) als auch entlang der Strecke (Planfeststellungsverfahren).

Die Strecke Münster-Hamm wäre die S 9. Der Bahnhof Drensteinfurt wird im Zuge eines Bahnhof-Programms modernisiert und barrierefrei ausgebaut.

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