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11. Westfälische Kulturkonferenz mit Haus Nottbeck als digitalem Zentrum

Ohne Ehrenamt geht es nicht

Kreis Warendorf

Die Kultur war von der Pandemie besonders hart getroffen. Aber auch ohne diese Krise sind die Kulturschaffenden auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.

Von Dierk Hartleb

Dr. Yasemine Freigang, Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger und Andrea Hankeln (v.l.)vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft sprachen sich für Erleichterungen bei der Wahrnehmung von ehrenamtlichen Aufgaben in der Kultur aus Foto: Martin Janzik

„Kultur ohne Ehrenamt funktioniert nicht.“ Eine Festellung, die als Leitsatz über der gesamten elften Westfälischen Kulturkonferenz stand, zu der der LWL am Mittwoch ehrenamtlich Tätige aus ganz Westfalen eingeladen hatte. Das Kulturgut Haus Nottbeck lieferte mit dem Westfälischen Literaturmuseum den Hintergrund für die Tagung, denn die 460 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren nur digital anwesend.

„Wir haben uns im Frühjahr entschieden, die Konferenz digital abzuhalten“, erläuterte Dr. Yasemine Freigang. Die Leiterin des Referats Kultur in Westfalen, die sich auch mit strategischer Beratung befasst, räumte gern ein, dass sie die physische Begegnung eigentlich bevorzuge. Aber nichts sei schlimmer, als eine Konferenz kurzfristig absagen zu müssen wie im Jahr 2020, als der Lockdown den LWL erst am Tag zuvor einholte.

Viele Vereine klagten heute über mangelnde Bereitschaft, Ämter und Funktionen zu übernehmen, stellte Freigang fest und berichtete von einem Sportverein mit 700 Mitgliedern, der keinen Vorsitzenden finde und dem deswegen die Auflösung drohe.

Ehrenamtliches Engagement in der Kultur müsse hauptamtlich begleitet werden, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Bei der Leitung von Museen oder anderen kulturellen Einrichtungen gehe es nicht ohne hauptamtliche Kräfte. Allerdings müsse auch die finanzielle Grundlage gegeben sein. Was die Arbeit von Vereinen und Initiativen erschwere, sei das Einwerben von Fördermitteln. „Wir müssen die Antragstellung vereinfachen“, sage Rüschoff-Parzinger weiter. Eine Forderung, der auch Andrea Hankeln aus dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft zustimmte und zugleich auf die Probleme bei den Verwendungsnachweisen hinwies. Auch diese seien oft zu kompliziert für ehrenamtlich Tätige, räumte die Ministeriumsvertreterin ein, wobei sie auf die Anforderungen des Landesrechnungshof verwies.

„Ohne Ehrenamt geht es in der Kultur nicht“, bilanzierte die Kulturdezernentin, die noch keine Ergebnisse vorwegnehmen wollte und betonte: „Wir sind heute hier, um erst einmal zuzuhören.“

Dazu bestand ausreichend Gelegenheit in den acht Foren mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Zuvor hatte Ina Brandes als Ministerin für Kultur und Wissenschaft versichert, dass die Landesregierung das bürgerliche Engagement für Kunst und Kultur weiter stärken und fördern werde.

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