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Sexueller Kindesmissbrauch: Angeklagter hatte Kontakt zu Adrian V.

Pädophile Gedanken im Chat ausgetauscht

Kreis Warendorf

Per Smartphone tauschten sie pädophile Gedanken aus: der Angeklagte 35-Jährige aus dem Kreis Warendorf und der in einem anderen Verfahren ebenfalls wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagte Adrian V.

Foto: Wilfried Gerharz

Im Verfahren gegen einen 35 Jahre alten Mann aus dem Kreis Warendorf, der sich wegen des Vorwurfs des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehreren Fällen seit November 2020 in Untersuchungshaft befindet, ging es am vierten Prozesstag um die Sicherstellung eines Mobiltelefons und darauf gespeicherter, den Angeklagten belastender Daten.

Das Gerät, das bei einer Hausdurchsuchung eines gesondert verfolgten Mannes aus der Nähe von Hannover sichergestellt wurde, gehört jedoch nicht dem 35-Jährigen, sondern dem in einem anderen Verfahren Angeklagten Adrian V. Dieser wurde laut Aussage eines Polizisten wegen des auf dem Telefon gespeicherten Nutzernamens sowie „selbstgefertigter Missbrauchsbilder“ identifiziert. Die Auswertung des Gerätes ergab einen Chatverkehr, bei dem die Männer pädophile Gedanken ausgetauscht hatten, wie der Pressesprecher des Landgerichts Münster ergänzend erklärte.

Zum Schutze der Persönlichkeitsrechte des Angeklagten wurden die Inhalte der Chatverläufe von der Jugendschutzkammer und den weiteren Prozessbeteiligten unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt.

Laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster vom 25. März bestreitet der bisher nicht vorbestrafte Mann, sexuelle Missbrauchshandlungen an den in der Anklageschrift bezeichneten Kindern vorgenommen zu haben. Er räumte allerdings ein, sich mit Adrian V. und dem heute elf Jahre alten Jungen aus Münster, der wiederholt Opfer schwerer Missbrauchshandlungen verschiedener Tatverdächtiger geworden sein soll, getroffen zu haben.

Am Ende des Prozesstermins bat der Angeklagte die vorsitzende Richterin die strenge Fesselungsanordnung während seines Transportes zum Gericht aufzuheben. Im Gegensatz zu anderen Inhaftierten, sei er an Händen und Füßen gefesselt. Die Vorsitzende entgegnete jedoch, dass es sich um eine Maßnahme der JVA handeln muss.

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