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Kreis Warendorf wird Modellregion

Perspektiven in der Pandemie

Kreis Warendorf

NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart hat den Kreis Warendorf als eine von 14 Modellkommunen zur Erprobung von Lockerungen ausgewählt. Das Modellprojekt soll am 19. April beginnen.

Beate Kopmann

Jens Meininghaus (hinten) und Lukas van Stephaudt von der Stabsstelle Corona im Gesundheitsamt des Kreises haben mit dem Einsatz der Software Sormas bislang gute Erfahrungen gemacht. Foto: Erhard Kurlemann

Geschafft! Der Kreis Warendorf gehört zu den ersten Modellregionen, die am 19. April Öffnungsschritte in der CoronaPandemie ausprobieren dürfen. Auch die Kreise Coesfeld und Soest sowie die Städte Ahaus, Münster, Mönchengladbach und Paderborn sind dabei.

Unklar ist derzeit aber noch, was das konkret heißt. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hatte betont, es werde keine Komplett-Öffnungen wie in Tübingen geben. Und in Berlin werden gerade die Stimmen lauter, die einen radikalen Lockdown fordern.

Kreissprecherin Kerstin Butz

„Wir wissen derzeit noch nicht, welche unserer Projekte zum Zuge kommen. Die Entscheidung fällt nächste Woche in Düsseldorf“, sagte Kreissprecherin Kerstin Butz auf Nachfrage. Denkbar sei auch, dass zunächst nur zwei oder drei der vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.

Landrat Dr. Olaf Gericke ist dennoch glücklich, den Zuschlag als Modellregion bekommen zu haben: „Wir freuen uns riesig über die Entscheidung des Ministers. Offenbar hat unser Konzept – das aus konsequenter und effektiver digitaler Kontaktnachverfolgung, einer breit angelegten Teststrategie und einzelnen, abgrenzbaren Projekten besteht – das Ministerium überzeugt“, sagt Gericke, der sich bei den Abgeordneten Markus Dieckhoff, Henning Rehbaum und Daniel Hagemeier bedankt, die die Bewerbung in Düsseldorf unterstützt haben.

Die Vorschlagsliste für Öffnungsschritte

Dass der Kreis Warendorf bei der Bewerbung so erfolgreich war, liegt wohl auch daran, dass er digital gut aufgestellt ist. Als einer der ersten Kreise bundesweit nutzte Warendorf die Software Sormas, die in der Kontaktnachverfolgung besonders effizient ist. Auch beim Einsatz der Luca-App war der Kreis landesweit Modellregion.

Als „riesige Chance, einen kontrollierten Weg zu mehr Normalität zu finden“ bezeichnete der FDP-Abgeordnete Diekhoff den Zuschlag, Modellregion zu sein. Die beiden CDU-Abgeordneten Henning Rehbaum und Daniel Hagemeier sprechen vom „Zuschlag für das „Tübinger Modell“. Für Bürger und Wirtschaft eröffneten sich so in Pandemiezeiten neue Perspektiven.

Kommentar

Der Kreis Warendorf hat in der Pandemie nicht nur auf Masken und Impfstoff gesetzt. Dass Kultur, Handel, Sport und Gastronomie in Teilen wieder öffnen können, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass der Kreis konsequent auf Digitalisierung gesetzt hat – mit Sormas und der Luca-App. Diese Strategie geht jetzt auf. Auch ein radikaler Lockdown würde die Öffnungsschritte nicht verhindern, sondern nur verzögern.

Damit es ab dem 19. April aber überhaupt zu Öffnungen kommen kann, muss vor allem die Sieben-Tage-Inzidenz zum Projektstart unter 100 sein. Aktuell schrammt sie knapp an der 90er-Marke. Bereits in den kommenden Tagen will sich der Kreis mit Wissenschaftlern abstimmen, inwiefern die vom Ministerium ausgewählten Projekte umgesetzt werden, sodass ein Höchstmaß an Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger gewährleistet ist. „Wir müssen bei aller Zuversicht angesichts möglicher Lockerungen unbedingt weiter Vorsicht walten lassen“, betont Gericke.

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