1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kreisseite-Warendorf
  6. >
  7. FDP fordert Umdenken: Produktion ausweiten statt stoppen

  8. >

Versorgungskrise

FDP fordert Umdenken: Produktion ausweiten statt stoppen

Kreis Warendorf

Schluss mit Flächenstilllegungen: Das fordert Markus Diekhoff, Vorsitzender der Enquetekommission „Zukunft der Landwirtschaft“ im Landtag - mit Verweis auf die weltweit drohende Versorgungskrise mit Lebensmitteln. Bei den Landwirten rennt er mit dieser Forderung offene Türen ein.

Von Beate Kopmann

Flächenstilllegungen sollten angesichts des Krieges in der Ukraine und der dadurch drohenden weltweiten Versorgungskrise mit Lebensmitteln ausgesetzt werden. Das fordert der FD Foto: Klaus Meyer

Bei den Landwirten im Kreis Warendorf rennt Markus Diekhoff offene Türen ein. Der FDP-Landtagsabgeordnete fordert mit Blick auf den Krieg in der Ukraine die Aussetzung der Flächenstilllegungspläne der EU für Ackerflächen.

EU will vier Prozent der Ackerfläche stilllegen

Aktuell gibt es Pläne, vier Prozent der Ackerfläche in Deutschland stillzulegen. Das sind in NRW 50 000 Hektar, davon allein im Kreis Warendorf 3400 Hektar. „Aufgrund des Krieges und der damit verbundenen Knappheit von Getreide, Sonnenblumenöl und anderen Nahrungsmitteln, ist es dringend notwendig, die Produktionskapazitäten für Agrarerzeugnisse in der EU zu erhöhen und nicht künstlich zu senken“, so Diekhoff.

Landwirte für freiwillige Maßnahmen

Diese Einschätzung teilt der Kreisvorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Andreas Westermann zu 100 Prozent. „Wir Landwirte sind sowieso der Meinung, dass sich mehr Biodiversität am besten durch freiwillige Maßnahmen erreichen lässt.“ Dazu gebe es gerade im Kreis Warendorf viele Projekte, die Landwirte und Naturschützer gemeinsam umsetzen. Aber natürlich verschärfe der Krieg in der Ukraine die Situation, so Westermann. Deutschland sei zwar nicht unmittelbar betroffen. Aber sowohl Russland als auch die Ukraine würden viel Getreide exportieren. Vor allem in den nordafrikanischen Ländern dürfte daher ein Ausfall dieser Getreidelieferungen zu Hunger und Armut führen.

Hunger und Armut würde vor allem Nordafrika treffen

„Das ist unverantwortlich angesichts der Krise und auch der Herausforderungen bezüglich der Unabhängigkeit von russischem Gas“, erläutert Diekhoff mit Blick auf die Möglichkeiten von Biogasanlagen und anderen erneuerbaren Energien. Besondere Bedeutung sieht der FDP-Politiker auch in der Kompetenz der heimischen Bauern im Bereich der Schweinehaltung. „Da sind die Landwirte in unserer Region internationale Spitzenklasse und erzeugen mit hohen Standards im Bereich Tierwohl und Umwelt ein hochwertiges und bezahlbares Lebensmittel.“ Es müsse nun Schluss sein mit Forderungen nach weniger Produktion und höheren Preisen, wie er sie als Vorsitzender der Enquetekommission „Zukunft der Landwirtschaft“ des nordrhein-westfälischen Landtags seit Jahren höre. Die Gesellschaft sollte der Landwirtschaft vielmehr „dankbar sein und Unterstützung leisten, statt ständig neue Hürden für die Landwirte in der Region zu schaffen“.

Markus Diekhoff

Andreas Westermann weist außerdem darauf hin, dass es nicht nur um die EU-Forderung nach Stilllegung von Ackerfläche gehe. „Oben drauf kommt ja auch noch ein deutsches Gesetz, das einen Abstand von fünf Metern zu Fließgewässern vorschreibt.“ Diesen Streifen müssten die Landwirte ebenfalls brach liegen lassen.

Startseite
ANZEIGE