1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kreisseite-Warendorf
  6. >
  7. „Renaissance des Handwerks“

  8. >

KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner zieht Jahresfazit

„Renaissance des Handwerks“

Kreis Warendorf

Junge Menschen erkennen zunehmend, dass sie im Wirtschaftsbereich Handwerk hervorragende Perspektiven haben – ob als Angestellte oder selbstständige Unternehmenspersönlichkeiten. Das beobachtet der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf. Und das stimmt ihn optimistisch.

Saidi Jimoh, Daniel Frank, Sarah Meier, Khaled Kemhia und Abdulbassad Kemhia (v.l.) freuen sich mit KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner (3.v.l.) über Perspektiven im Handwerk. Foto: Kreishandwerkerschaft

Frank Tischner blickt insgesamt positiv zurück auf das sich dem Ende neigende Jahr. Auch für 2022 ist der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) optimistisch: „Das Handwerk in unserer Region hat sich von der Pandemie nicht in die Knie zwingen lassen.“ Nicht nur deshalb verdiene es mehr Wertschätzung.

„Die Wirtschaft im Kreis Warendorf hat sich insgesamt stabil und robust gezeigt“, weiß Tischner. Vor allem in der Ausbildung gebe es mit 2,8 Prozent ein Plus an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im gesamten Einzugsgebiet der KH zu verzeichnen, im Kreis Warendorf seien es plus 8,8 Prozent.

Hervorragende Perspektiven

Laut Tischner stünde eine „Renaissance des Handwerks“ bevor, denn junge Menschen würden zunehmend erkennen, dass sie im Wirtschaftsbereich Handwerk hervorragende Perspektiven haben – ob als Angestellte oder selbstständige Unternehmenspersönlichkeiten. „Allerdings müssen wir es schaffen, die Jugendlichen in den Gymnasien und den Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe noch stärker abzuholen. Den dort tätigen Lehrkräften muss klargemacht werden, dass im SEK II-Bereich nicht nur für die akademische Laufbahn ausgebildet wird“, appelliert Tischner.

Sorge bereitet Tischner mit Blick auf die nächsten Monate die sehr hohe Inflationsrate, die nach 29 Jahren wieder mehr als fünf Prozent beträgt. Diese Lohn-Preis-Spirale werde viele in Schwierigkeiten bringen, ist er sich sicher. Hinzu kommen die hohen Materialpreise am Bau und die immer noch nicht wieder sichergestellte Verfügbarkeit von Rohstoffen, Materialien oder Halbfertigprodukten, die sowohl Betriebe als auch Verbraucher belasten. Als Beispiel nannte er die Halbleiter für die Steuerungselektronik, hier werden Lieferzeiten von 60 bis 360 Tagen genannt.

Herausfordernde Bedingungen

Zur Seite stand die KH in diesem Jahr auch wieder den vielen Jugendlichen, die ihre Abschlussprüfungen im Handwerk unter herausfordernden Bedingungen absolvieren mussten. „Das war ein ‚Meisterstück‘, das wir nur mit enormem Kraftaufwand der ehrenamtlichen Prüfungsausschussmitglieder und der hauptamtlichen Mitarbeitenden geschafft haben“, bekräftigt Tischner und sieht auch für die anstehenden Winterprüfungen ähnliche Herausforderungen auf alle Beteiligten zukommen.

Mit Blick auf das kommende Jahr wünscht er sich für das Handwerk im Kreis Warendorf insgesamt mehr Wertschätzung und eine positive Verantwortung aller Verbraucher. Gleichzeitig betont er, dass das Handwerk selbst dafür sorgen müsse, seine Arbeit stärker nach außen tragen. Verbrauchern, Politik und der Gesellschaft müsse klar werden, dass das Handwerk genau das bietet, was alle fordern: Nachhaltigkeit, Regionalität, Wissensweitergabe, ehrenamtliches Engagement und Familienfreundlichkeit. Letztlich habe jeder einzelne die Macht und den Einfluss, mitzuentscheiden, was in unserem Land wie produziert wird.

Startseite
ANZEIGE