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Schüler experimentieren: Siebtklässler untersuchen CO2-Konzentration in der Klasse

Richtig Lüften gegen Corona

Beckum

Klein gegen Groß: Lennard und Philipp sind sich sicher. Ihr Lüftungskonzept schätzt besser vor Corona als das System, das die Landesregierung vorschlägt.

Beate Kopmann

Philipp Hachmann und Lennard Gesigora (v.l.) untersuchten die CO2-Konzentration in ihrem Klassenraum. Mit diesem Projekt bewerben sie sich beim Wettbewerb „Schüler Foto: Beate Kopmann

Das Schulministerium liegt falsch – jedenfalls mit seinem Lüftungskonzept. In dieser Einschätzung sind sich Lennard Gesigora und Philipp Hachmann einig. Die beiden zwölf und 13 Jahre alten Schüler machen mit bei „Schüler experimentieren“. Ihr Projekt lautet „Richtig Lüften gegen Corona“. Dazu haben die beiden Jungs, die in Beckum das Albertus-Magnus-Gymnasium besuchen, die CO-Konzen­tration in ihrem Klassenraum untersucht.

Lennard Gesigora

„Wir sind auf das Thema gekommen, weil es ein Lüftungskonzept des Landes NRW gibt, an das sich jede Schule halten muss. Darin steht, dass man alle 20 Minuten für fünf Minuten lüften soll. Wir wollten herausfinden, wie man effizienter lüften kann“, erzählt Lennard. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Alle fünf Minuten die Fenster aufzureißen, ist nicht optimal. „Es ist viel besser, häufiger und kürzer zu lüften“, weiß Lennard. Und kann diese Aussage auch belegen. Denn natürlich haben die beiden Jungs, die verschiedene Klassen besuchen, aber gemeinsam Handball spielen, gründlich nachgemessen. „Besonders effektiv ist es, alle zehn Minuten für 2,5 Minuten zu lüften.“ Dann seien sowohl die CO-Konzentration als auch die Raumtemperatur deutlich niedriger. Und angenehmer ist es obendrein auch. Denn im kalten Winter müssen die Schüler außerdem nicht so lange bei geöffnetem Fenster in der Klasse sitzen.

Philipp Heimann

Stolz auf das Projekt von Philipp und Lennard ist auch ihr Physiklehrer Dr. Thomas Braun. Er hat die zwei unterstützt – aber erst auf Anfrage der Schüler. Die beiden Freunde hatten es unter sich ausgemacht, dass sie beim Regionalwettbewerb mitmischen wollen. „Ich habe im Make-Magazin von der CO-Ampel gelesen, die man selbst bauen kann. Damit fing alles an“, berichtet Philipp. Das Magazin ist quasi die Fachliteratur für den 13-Jährigen, darin findet er jede Mange Anregungen für einen kreativen Umgang mit Technik. „Wir haben uns ein Messgerät besorgt, mit dem wir den CO-Wert im Klassenzimmer bestimmen konnten“, sagt Philipp. „Dann haben wir bei unterschiedlichen Lüftungsarten gemessen und das Ergebnis ausgewertet. Anschließend erstellten wir Grafiken der CO-Werte. So konnten wir herausfinden, wie man am effizientesten lüftet.“

Am Donnerstag findet der Regionalwettbewerb in Paderborn statt. Insgesamt haben sich 55 Teilnehmer mit 28 Projekten angemeldet. Wegen Corona wird die Veranstaltung erstmals digital ausgetragen. Auch Lennard und Philipp stellen ihr Projekt online vor.

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