Mit Nistkästen gegen Eichenprozessionsspinner

Schädlinge sind ein Leckerbissen

Kreis Warendorf

Der Kreis setzt auf Meisen. Sie sind einer der wenigen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners – mehr noch: die Raupen sind ein richtiger Leckerbissen für sie.

wn

Bauhofmitarbeiter Christoph Nüßing hängt die Nistkästen an der K3 zwischen Warendorf und Everswinkel auf. Foto: Kreis Warendorf

Der Sommer steht noch nicht in den Startlöchern, trotzdem hat der Kreis Warendorf ihn schon im Blick. Im vergangenen Jahr verbreitete sich der Eichenprozessionsspinner im Kreisgebiet explosionsartig. Das trockene, warme Wetter lieferte der Schmetterlingsraupe ideale Bedingungen zur Fortpflanzung. Weil ihr Nesselgift bei vielen Menschen teils heftige allergische Reaktionen hervorruft, mussten die Nester mühsam abgesaugt werden. Damit es diesen Sommer gar nicht erst soweit kommt, beugt der Kreis mit Nistkästen für Kohl- und Blaumeisen vor.

Die Meisen sind einer der wenigen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners – mehr noch: die Raupen sind ein richtiger Leckerbissen für sie. Doch auch sie trauen sich an die giftigen Tierchen nur bis zum dritten Larvenstadium heran, denn dann bilden sich bei der Raupe langsam die giftigen Brennhaare aus.

Dr. Herbert Bleicher, Umweltdezernent beim Kreis, erklärt: „Ab dem vierten Stadium schützen sich die Raupen mit ihren Brennhaaren. Nur noch der Kuckuck kann sie dann wegen seiner besonderen Magenschleimhaut noch fressen.“ Bei jeder Häutung wachsen den Tierchen mehr Haare. Dabei verlieren sie aber auch immer mal wieder einige der Nesseln, die zu Boden rieseln oder vom Wind fortgetragen werden können. Bei Kontakt kommt es bei vielen Menschen zu allergischen Reaktionen. Aber auch für die Bäume ist die Raupe ein gefährlicher Schädling. „Sie kann bei massenhafter Vermehrung ganze Bäume kahlfressen“, betont Dr. Bleicher.

Dr. Herbert Bleicher

Besonders gerne siedelt sich der Prozessionsspinner an Eichen an, die durchgängig in der Sonne stehen, wie zum Beispiel an der K3 zwischen Warendorf und Everswinkel und an der K30 in Oelde. Daher hat der Bauhof an diesen Straßen in den vergangenen Tagen schon dutzende Nistkästen aufgehängt. Weitere sollen in dieser Woche folgen. „Wir möchten damit nicht nur möglichen Allergien vorbeugen, sondern auch die Eichen vor dem massiven Befall der gefräßigen Raupen schützen“, erklärt André Hackelbusch, Leiter des Amtes für Umweltschutz beim Kreis.

Eine Kooperation besteht in dieser Sache mit den Freckenhorster Werkstätten, die für den Kreis 190 Stück dieser Brutplätze gebaut haben Eine Bauanleitung stellt der Nabu Deutschland online bereit.

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