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Sozialpsychiatrischer Dienst gibt Tipps

Seelisch fit bleiben in Corona-Zeiten

Kreis Warendorf

Corona hat nicht nur eine Wirtschaftskrise zur Folge. Viele Menschen stürzen in eine psychische Krise. Das gilt verstärkt für alle, die schon vorher erkrankt waren - etwa an einer Depression.

wn

Um mit der Corona-Krise umgehen zu können, ist es hilfreich, das seelische Gleichgewicht nicht zu verlieren. Der Sozialpsychiatrische Dienst im Kreis hat dazu Ratschläge formuliert. Das Bild zeigt obere Reihe v. l.: Nicole Görges-Flock, Ala Tipris und Andreas Paß, mittlere Reihe v. l.: Helena Wermter, Anne Stöwer, Saskia Jabs sowie untere Reihe v. l.: Babett Skupin, Kristina Biedermann und Annette Riemer. Foto: Kreis Warendorf

Die mit dem Corona-Virus verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für viele Menschen große Herausforderungen dar. Sowohl stabile Menschen, als auch psychisch beeinträchtigte Personen erleben diese Zeit als noch nie dagewesene Krise und Bedrohung. Wer angesichts persönlicher psychischer Belastung Hilfe benötigt, für den hat der Sozialpsychiatrische Dienst im Kreises Warendorf ein paar Ratschläge formuliert.

„Der Umgang mit dieser Krise stellt enorme Herausforderungen an die psychischen Kompensationsmöglichkeiten dar“, weiß Annette Riemer, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Kreis Warendorf. Hierbei spiele auch das Naturell des Menschen eine Rolle, ob jemand eher „rosa“ oder „grau“ sehen kann. „Persönliche Befindlichkeiten, individuelle Familiengeschichten, unterschiedlicher Umgang mit Stress und Ungewissheit führen zu ganz verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten“, berichtet Annette Riemer.

Zusätzliche Verunsicherung werde durch die Informationsflut zum Thema Corona hervorgerufen. Viele Menschen suchten verstärkt telefonische Beratung, zum Teil weil sie mit der Informationsflut überfordert sind. Auch bringen es einige psychische Erkrankungen mit sich, dass die Fähigkeit, wichtige und unwichtige Informationen zu unterscheiden, beeinträchtigt ist. Diese Menschen könnten nicht mehr differenzieren: Welche Information hat für mich eine persönliche Bedeutung und welche nicht?

„Hierzu zählen Psychosen, Erkrankungen des Gefühlslebens und Persönlichkeitsakzentuierungen. Menschen, die schon vor dieser Pandemie paranoide Züge zeigten oder Anhänger von Verschwörungstheorien waren, werden durch die Situation in ihrer Wahrnehmung negativ verstärkt. Wer schon vor der Coronakrise, pessimistische Zukunftserwartungen hatte und zu Depression und Panik neigte, wird durch Abstandsgebot und Masken in seiner Wahrnehmung bestätigt“, stellt die Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes fest.

Der Sozialpsychiatrische Dienst im Kreis Warendorf hat sich die Frage gestellt, zu welchen Erkenntnissen man im Umgang mit psychisch Kranken und Neufällen kommt. „Wir möchten die Rolle eines stellvertretenden Hoffnungsträgers einnehmen. Die größten Ressourcen in dieser Zeit dürften Gelassenheit, Ruhe und Zuversicht sein“, macht Annette Riemer deutlich. Der Berater könne durch eine wertschätzende Haltung dazu beitragen, dass Menschen ein stabiles Selbstbild und positiveres Zukunftsbild verankern und einen Wegbegleiter durch die Krise erfahren. Der Sozialpsychiatrische Dienst hat deshalb Alltagstipps für die Corona-Zeit zusammengestellt und die Idee eines Corona-Tagebuchs entwickelt. Weitere Infos unter  02581 / 53 5378 Ahlen,  0 25 81 / 53 5372 Beckum,  0 25 81 / 53 53 74 Oelde und  0 25 81 / 53 53 40 Warendorf.

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