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Gemeinschaftsaktion der Polizei und der Geldinstitute

Senioren vor Betrügern schützen

Kreis Warendorf

Immer wieder werden vor allem ältere Menschen Opfer einer Straftat. Sie fallen am Telefon auf falsche Polizisten rein oder auf vermeintliche Verwandte in einer Notlage. Mit einem gemeinsamen Präventionskonzept will die Kreispolizei Warendorf jetzt gemeinsam mit Geldinstituten dem Trickbetrug am Telefon einen Riegel vorschieben.

Von Peter Sauer

Bei der konzertierten Aktion arbeiten die Leiterin Direktion Kriminalität Janine Yeboah und Kriminalhauptkommissar Carsten Soszynski (2.v.l., Prävention) unter anderem mit Polizeihauptkommissar Karl Muckermann (r., Leiter Polizeiwache Oelde) und Björn Römkens (Volksbank Enniger-Ostenfelde-Westkirchen eG) zusammen. Polizeihauptkommissar Karl Muckermann (r., Leiter Polizeiwache Oelde Foto: Kreis Warendorf

Mehrmals in der Woche melden sich vor allem ältere Bürger im Kreis, dass sie einen betrügerischen Anruf erhalten haben. Mal ist der „falsche Enkel oder Neffe in einer Notsituation“, mal der „falsche Polizist“ am anderen Ende der Leitung. Der eine benötigt zwingend Geld, der andere will Geld, Gold und Schmuck vermeintlich „ganz sicher“ aufbewahren.

Die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen handelt richtig, teilt die Kreispolizei Warendorf mit. Denn sie legen sofort auf und informieren die Polizei. „Leider werden die Betrugsmaschen immer perfider und die Betrüger passen sich stetig an Entwicklungen und Situationen an“, sagt Janine Yeboah, Leiterin der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizei. „Trotz hoher Aufklärungsarbeit fallen Einzelne auf die Betrugsmaschen herein.“

Damit dies nicht geschieht, arbeitet die Kreispolizei mit verschiedenen Geldinstituten im Kreis eng zusammen. So kann sie ihre Präventionsarbeit ausweiten. Die gemeinsame Aktion setzt da an, wo mögliche Betroffene mit aller Wahrscheinlichkeit auftauchen. Bei ihrer Bank, um ihr Bargeld für den „falschen Enkel“ oder den „falschen Polizisten“ abzuholen.

Besonderer Briefumschlag mit bedruckten Fragen

In Kooperation mit den Geldinstituten im Kreis wurde ein Briefumschlag erstellt, der bei der Bargeldabhebung ausgehändigt wird. Auf dem Umschlag sind sowohl ein Betrugshinweis als auch mehrere Fragen abgedruckt. Die Betroffenen werden von den Mitarbeitern der jeweiligen Bankfiliale im Kreis animiert, die Fragen zu beantworten, um einen möglichen Betrug abzuwenden und noch wichtiger um sie vor einem erheblichen finanziellen Schaden zu bewahren.

Die Kreispolizei Warendorf führt mit Unterstützung verschiedener Geldinstitute im Kreiseine eine konzertierte Aktion durch, um Senioren vor Betrugsversuchen zu schützen. Foto: Julian Stratenschulte - dpa

„Wenn bereits zwei Fragen durch das potenzielle Opfer mit ,Ja‘ beantwortet werden können, will ein Betrüger Ihr Geld!“ sagt Janine Yeboah von der Kreispolizei. „In diesem Fall sollte sofort über den Notruf 110 Kontakt mit der Polizei aufgenommen werden“, fordert Landrat Dr. Olaf Gericke die Betrogenen auf. „Nur so können Sie sicher sein, dass Sie keinem Betrüger auf den Leim gehen und Ihr Erspartes verlieren.“

Die Kreispolizei wird bei der Präventionsaktion unterstützt von der Sparkasse Beckum-Wadersloh, der Volksbank Münsterland Nord, der Sparkasse Münsterland Ost, der Volksbank Beckum/Lippstadt, der Volksbank Ahlen, Beelen, Sassenberg, Warendorf, Ennigerloh, Neubeckum, Oelde und der Volksbank Enniger-Ostenfelde-Westkirchen.

1078 Fälle von Telefonbetrug allein 2019

Peter Scholz vom Vorstand der Sparkasse Münsterland Ost erläutert, warum die bedruckten Briefumschläge so wichtig sind: „Nicht jeder gibt bei ungewöhnlichen, kurzfristigen und oft hohen Bargeldabholungen auf unsere Nachfrage die erforderlichen Informationen preis. Da können die Prüfpunkte auf dem Bargeldumschlag für die Kunden eine zusätzliche Hilfe sein.“

Ziel der Präventionskampagne von Kreispolizei und Geldinstituten ist es, dass es den aus dem Ausland professionell agierenden Tätern erst gar nicht mehr gelingt, besonders ältere Menschen um ihr Erspartes zu erleichtern. 1078 Fälle von Telefonbetrug gab es im Kreis allein im Jahr 2019.

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