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Dr. Knut Langewand ist der Hüter des Kreisarchives

Sicher bis in die Ewigkeit

Kreis Warendorf

Äußerst professionell geht der Kreis Warendorf mit seinen Archiven um. Denn schließlich lagern hier auch der meisten Städte und Gemeinden im Kreis ihr „historisches Gedächtnis“ ein. Der Kreisarchivar, Dr. Knut Langewand, ist zuversichtlich, dass die Kreisarchive drohenden Unwetter-Katastrophen trotzen werden.

Von Dietmar Jeschkeund

Dr. Knut Langewand ist Archivar des Kreises Warendorf. Foto:

Zerstörte Städte, weggespülte Häuser und verlorene Erinnerungen: Die Flutkatastrophe im Westen der Republik hat traurige Spuren hinterlassen. Und das auch für manche Behörden, die sich buchstäblich neu sortieren müssen, nachdem sie gerettet haben, was zu retten war. Aber wie sieht es im Kreis Warendorf aus? Sind die Archive der kommunalen Verwaltungen vor Extremunwettern geschützt? Überhaupt: Wo werden wichtige Unterlagen gelagert? Und wer pflegt und verwaltet sie?

„Verwaltungen sollten immer gut mit ihren Archiven umgehen, denn diese sind nicht nur der Wissensspeicher der Verwaltung selbst, sondern vor allem das Gedächtnis der Stadt, der Gemeinde und des Kreises“, sagt Dr. Knut Langewand als Archivar des Kreises Warendorf.

Letzterer, so Langewand weiter, tue dies in mehrfacher Hinsicht überaus professionell, schließlich beherbergt er nicht nur die eigenen, sondern mit Ausnahme der Stadt Telgte auch alle übrigen Archivmaterialien der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet. Eingelagert wird, was für die Nachwelt eine Rolle spielen könnte. Neben historischen Verwaltungsakten gehören dazu auch Urkunden und Amtsbücher aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sowie eine Vielzahl nichtamtlicher Unterlagen aus privaten Nachlässen, von Vereinen sowie aus Hof- oder Firmenarchiven, sofern diese nicht - wie im Fall der Stadt Drensteinfurt - in einem zusätzlichen ortshistorischen Archiv gesammelt werden.

Was für die Nachwelt eine Rolle spielt

Ziel der akribischen Arbeit, erläutert der Kreisarchivar, sei es, auch späteren Generationen einen Blick in die Geschichte zu ermöglichen. Dazu diene der umfassende Archivbestand aber auch die Rechtssicherheit, damit wichtige Dokumente auch später herangezogen werden können, wenn sie etwa in Erbfällen, bei Rentennachweisen oder aber in Grundstücksangelegenheiten benötigt werden.

Verstaut wird das gesammelte Material übrigens im Archivmagazin im Untergeschoss des Kreishauses, das bereits 1982 eigens für diesen Zweck und unter Einhaltung entsprechender Standards angelegt worden ist.

Die speziell hergerichteten Räume müssen weder gesondert gekühlt noch entfeuchtet werden. Das Klima, erläutert Dr. Langewand, sei mit permanenten Temperaturen zwischen 16 bis 19 Grad sowie einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent ideal, was in manchen Stadtarchiven durchaus anders sei. „Dokumente, die ins Kreisarchiv gelangen, bleiben für ewig dort. Dazu sind die Archive und ihre Träger laut dem Archivgesetz NRW verpflichtet. Damit ist auch sichergestellt, dass keine nachträgliche Vernichtung stattfindet“, betont der Experte. Und weil dies so ist, kommt natürlich auf Dauer auch einiges an Material zusammen. Aktuell umfasst das Kreisarchiv nicht weniger als zwei „Regalbrettkilometer“. „Damit ist das Kreisarchiv vor allem aufgrund der angeschlossenen Kommunalarchive eines der größten in NRW. Nur im Kreis Viersen gibt es noch ein weiteres Zentralarchiv“, schildert Knut Langewand, der zudem auf das breite Spektrum des eingelagerten Materials verweist. So stammt das älteste Archivdokument aus dem Jahr 1238. Das Jüngste ist die WN-Ausgabe vom Vortag.

Zwei Regalbrettkilometer

Der Bestand beschränkt sich seit Beginn der „2000er-Jahre“ aber natürlich nicht mehr nur auf Papiermaterial. Mittlerweile übernimmt das Kreisarchiv vielmehr auch Daten von Festplatten.

Aber auch dafür sei man durch ein vom Landschaftsverband entwickeltes, digitales Langzeitarchiv samt mehrfacher Speicherung und entsprechender Schutzvorkehrungen bestens gerüstet. Sicherheit und Abrufbarkeit, betont der Kreisarchivar, seien dadurch auch noch in Jahrzehnten garantiert. Weitestgehend sicher, erklärt Dr. Knut Langewand abschließend, sei man natürlich auch mit Blick auf Hochwasser, Feuer und andere Naturkatastrophen. Das Kreishaus befinde sich 64 Meter über dem Meeresspiegel und in deutlicher Entfernung von Fließgewässern. Sollte es dennoch wider Erwarten feucht werden, verfüge man über spezielle Notfallboxen. Und da das gesamte Magazinmanagement digital stattfinde, sei auch eine mögliche Evakuierung schnell und planmäßig möglich. „Alle Archivalien sind fachgerecht in besonderen Archivkartons verpackt. Eine Maßnahme, die beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs viele der Archivalien gerettet hat, die aber vor allem den viel größeren, da häufiger auftretenden Gefahren im Archiv vorbeugt: Schimmel und Schädlingsbefall“, sagt Langewand.

Spezielle Notfallboxen

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