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Bezirksratssitzung der DLRG online

Sorge um Schwimmfähigkeit

Kreis Warendorf

Mehr Nichtschwimmer, weniger Aufsichtskräfte: Die DLRG rechnet in der Zukunft mit höheren Ertrinkungszahlen.

Von und

Die Wassergewöhnung des Nachwuchses fand am Lippbach in Beckum statt.Auch in manch trübem Gewässer üben die Rettungsschwimmer. Foto: DLRG

Wo im Sport keine hauptamtlichen Kräfte die Verwaltung übernehmen, konzentrieren sich die Ehrenamtlichen auf ihre Kernaufgaben. Die Kernaufgaben der DLRG sind Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung.

Diese Aufgaben im Jahr 2020 zu bewältigen erforderte vor allem Verhandlungsgeschick und flexible Freizeitgestaltung, da blieb keine Zeit für Verwaltungsaufgaben. Darum trafen sich die Vorsitzenden der neun DLRG-Ortsgruppen im Kreis zusammen mit dem 16-köpfigen Bezirksvorstand und seinen Ehrenvorsitzenden jetzt zum Onlinerat.

Auch in der DLRG sind durch die Pandemie Veränderungen notwendig geworden. Diese wurden durch den DLRG-Landesverband Westfalen im Januar auf der alljährlichen gemeinsamen Fachtagung bekannt gegeben und durch die Referenten im jeweiligen Bezirk in die Ortsgruppen getragen.

Ressourcen anders genutzt

Nicht alles ist dort umsetzbar, so dass ein Austausch darüber notwendig war. Vor allem coronakonforme Hilfsmittel und Wege in der Ausbildung galt es zu erörtern. Aber auch die ehrenamtliche Geschäftsführung musste offengelegt, besprochen und durch Beschluss akzeptiert werden.

Da 2020 kein reguläres Schwimmtraining stattfinden konnte, wurden Ressourcen genutzt, um in der Zukunft besser aufgestellt zu sein. Die DLRG im Bezirk Kreis Warendorf arbeitet an ihrer neuen Satzung, an einem Beauftragungssystem für ihr Lehrpersonal, daran, als Bezirk im Qualitätsbündnis gegen sexualisierte Gewalt im Sport aufgenommen zu werden und an einem System, ehrenamtliche Arbeit mehr wertzuschätzen.

Im Austausch der Vorsitzenden wurde deutlich, dass die DLRG von ihren Mitgliedern weiterhin getragen wird. In der Pandemie kamen aber nur wenig neue Mitglieder zur DLRG.

Kreative Jugendarbeit

Viele Ortsgruppen arbeiteten in der Winterpause, vor allem bei Schnee, sehr kreativ mit ihrer Jugend, was auf den jeweiligen Internetseiten der DLRG-Ortsgruppen zu sehen ist. Oft haben die Jugendlichen ihre Gruppentreffen für gesellschaftsdienliche Arbeiten genutzt, zum Beispiel für Müllaktionen in ihrer Stadt. Das schaffte Zusammenhalt. Zwei Ortsgruppen erneuerten ihre Vereinsräume.

Trotz positiver Nachschau auf 2020, die Verantwortlichen in der DLRG umtreibt große Sorge mit Blick in die Zukunft: wie sollen die fehlenden Schwimm- und Rettungsschwimmkurse aus 2020 aufgefangen werden? Wer soll sie durchführen?

Corona hat Plan durchkreuzt

Klar ist für die DLRG: in einem wasserreichen Land wie Deutschland müssen Menschen schwimmen können. Die DLRG argumentiert mit Zahlen. Sie hat in den 108 Jahren ihres Bestehens die jährlichen Ertrinkungszahlen von 7000 Menschen auf 450 Menschen herunterfahren können.

Der Plan der DLRG war es, die Ertrinkungszahlen bis 2020 durch kontinuierliche Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung unter 200 Menschen pro Jahr zu bringen. Dies konnte wegen Corona nicht realisiert werden.

Die DLRG ist sich sicher, dass sich die Pandemielage in der Zukunft negativ auf die Ertrinkungszahlen auswirken wird, denn es wird nicht nur mehr Nichtschwimmer geben, für die es an Badestellen besondere Aufsicht geben muss. Es wird auch weniger Aufsicht geben, weil die Rettungsschwimmkurse gefehlt haben. Zudem sind nicht alle Schwimmlehrer gewillt, ohne Impfung ihre Schwimmkurse weiterzuführen.

Kooperationen mit anderen Vereinen

Die DLRG im Bezirk Kreis Warendorf hat viele Schwimmlehrer. Sabine Lillmanntöns, 1. Vorsitzende des Bezirk Kreis Warendorf, kündigt an, dass sich die DLRG künftig mit anderen schwimmsporttreibenden Vereinen auf jeder sich bietenden Wasserfläche zusammentun wird, um ihren Kernaufgaben nachzukommen zu kommen. „Die Unterstützung der Bevölkerung durch Achtsamkeit am, im und unter Wasser wird in den nächsten Jahren jedoch besonders wichtig, damit die Ertrinkungszahlen nicht steigen“, betont Sabine Lillmanntöns ein wichtiges Zukunftsziel der Online-Bezirksratssitzung.

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