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Unterbringung von Flüchtlingen

Telgte besonders großzügig

Kreis Warendorf

Keiner weiß, wie viele Menschen aus der Ukraine in den Kreis flüchten werden. Ob sie hier bleiben? Reicht der Wohnungsbestand? Viele Fragen. Aber erste pragmatische Lösungen gibt es auch.

Von Beate Kopmann

Der Kreis Warendorf hat in einer Sporthalle des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Warendorf eine Notunterkunft eingerichtet. 180 Ukraine-Flüchtlinge könnten dort vorübergehend Platz finden, sollten die Foto: Kreis Warendorf

Bereits vier Wochen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind 1310 von dort Geflüchtete im Kreis Warendorf registriert worden. Tatsächlich dürften aber weit mehr Menschen aus der Ukraine hier sein, gab Landrat Dr. Olaf Gericke im Kreisausschuss zu bedenken. Denn die Ukrainer sind keine Asylsuchenden. Sie dürfen sich 90 Tage visumsfrei in Deutschland bewegen.

In der Folge des Syrienkrieges waren damals rund 5000 Flüchtlinge in den Kreis Warendorf gekommen. Mit mindestens ebenso vielen Menschen rechnet der Kreis nun auch im Zuge des Ukraine-Krieges. Gericke betonte, dass derzeit „niemand sagen kann, wie es weitergehen wird“. So wisse man beispielsweise nicht, ob die Ressourcen reichen – etwa beim Wohnungsbestand.

Bislang 1310 Ukraine-Flüchtlinge registriert

Dennoch gibt es erste pragmatische Lösungen: Einige Kinder aus der Ukraine gehen hier bereits zur Schule, die Sparkassen haben für die Flüchtlinge kostenfreie Konten eingerichtet. Die Arbeitsagentur hilft bei Fragen zu Sprachkursen, Qualifizierungen sowie der Anerkennung von Abschlüssen. Außerdem beraten die Fachkräfte des Integration Points bei der Suche nach passenden Berufen und vermitteln Jobangebote.

Unter den Flüchtlingen sind aktuell 170 Kinder unter fünf Jahren. Sie in den Kitas unterzubringen, sei nicht einfach, machte Sozialdezernentin Brigitte Klausmeier deutlich – vor allem, weil sowieso schon Personal fehlt. Gruppenprojekte, wie es sie bereits nach dem Syrienkrieg gegeben hat, könnten Abhilfe schaffen.

Auch die Schulen hätten weder Räume noch Personal, um die bislang 400 schulpflichtigen Kinder aus der Ukraine aufzunehmen. „Das Land prüft gerade den Einsatz von pensionierten Lehrern, Lehramtsanwärtern, Seiteneinsteigern und auch von ukrainischen Lehrern, die zu uns geflohen sind.“

Unterbringungsmöglichkeiten der Kommunen differieren stark

Um die Herausforderung mit den Ukraine-Flüchtlingen zu meistern, „muss gesteuert und verteilt werden“, betonte der Landrat. Als freiwillige Leistung hat der Kreis bereits eine Notunterkunft in der Sporthalle des Warendorfer Berufskollegs mit 180 Plätzen eingerichtet. Dennoch ist die Unterbringung der Geflüchteten in erster Linie Aufgabe der Städte und Gemeinden.

Insgesamt befinden sich in den 13 Städten und Gemeinden des Kreises Warendorf 1490 kommunale Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Davon sind aktuell nur 181 Plätze frei. Je nach Kommune ist die Lage sehr unterschiedlich. So stellt die Kleinstadt Telgte zum Beispiel 431 Plätze bereit, die auch alle belegt sind. Die Kreisstadt Warendorf dagegen verfügt über 78 Plätze, von denen derzeit auch nur 31 belegt sind.

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