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Zementanlagenbau in Neubeckum und Ennigerloh unter Druck

Thyssenkrupp baut 150 von 1400 Stellen ab

Beckum/Ennigerloh.

Was schon befürchtet wurde, ist nun Realität: Die schlechteren Geschäftsaussichten wegen der Corono-Pandemie treffen auch ThyssenKrupp. Im Bereich Zementanlagenbau am Standort Münsterland in Neubeckum und Ennigerloh will der Mischkonzern in den kommenden Monaten 150 von 1400 Stellen abbauen. Das teilte ein Sprecher am Montag mit.

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Betonbauer verarbeiten frischen Beton. Thyssenkrupp teilte nun mit, dass im Zementanlagebau am Standort Münsterland 150 von 1400 Stellen abgebaut werden. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Christian Charisius

Das Geschäft der Sparte sei bereits vor der Corona-Pandemie durch einen rückläufigen Auftragseingang und starken Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. „Wir erwarten, dass langfristig die Auftragslage auf einem niedrigeren Niveau als in der Vergangenheit liegen wird. Zudem hat sich dieses schwierige Marktumfeld durch die aktuelle Corona-Pandemie weiter eingetrübt.“

Personalabbau soll bis September 2021 vollzogen sein

Die zunehmende Nachfrage nach „grünen“ Produkten zur Reduzierung der Emissionen, des Energiebedarfs und der eingesetzten Ressourcen bei der Zementherstellung könne diese Entwicklung noch nicht voll kompensieren. Der Geschäftsbereich Zement werde daher seine Kapazitäten im Neubaugeschäft an das nachhaltig niedrigere Auftragsniveau anpassen, schreibt das Unternehmen. Weltweit seien circa 400 Stellen betroffen. Auf den Standort Münsterland mit seinen rund 1400 Mitarbeitenden entfielen hiervon rund 150 Arbeitsplätze. Der Personalabbau solle bis spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2020/21 (30. Septemver 2021) abgeschlossen sein.

Die Niederlassungen in Neubeckum und Ennigerloh der „thyssenkrupp Industrial Solutions“ stellen Maschinen und Anlagen für die Zement- und Bergbauindustrie her. Bereits im Oktober hatte es in Neubeckum eine außerordentliche Betriebsversammlung der Belegschaft gegeben, weil schon damals ein Sparkurs und neue Strukturen angekündigt waren.

CEO: „Für Sicherung der Zukunftsfähigkeit unumgänglich“

Der CEO des Zementbereichs von Thyssenkrupp, Pablo Hofelich, wird in der Pressemitteilung des Unternehmens nun wie folgt zitiert: „Der notwendige Personalabbau fällt uns sehr schwer, ist aber zur weiteren Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens unumgänglich. Alle Maßnahmen werden verantwortungsvoll und mit größtmöglichem Augenmaß umgesetzt. Mit der Anpassung unserer Kapazitäten stellen wir uns für eine erfolgreiche Zukunft neu auf. Hierbei setzen wir weiter auf drei Erfolgsfaktoren: Ein starkes Servicegeschäft, Produkte für eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Zementproduktion sowie die Digitalisierung der gesamten Prozesskette.“

Mit den Arbeitnehmervertretern sei eine Rahmenvereinbarung und ein Sozialplan zur sozialverträglichen Umsetzung der Kapazitätsanpassungen am Standort Münsterland abgeschlossen worden. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle – wenn irgend möglich – verzichtet werden. Neben der Suche nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens beinhaltet der abgeschlossene Sozialplan u.a. auch Abfindungsregelungen beim freiwilligen Austritt sowie die Möglichkeit zum Wechsel in eine Transfergesellschaft.

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