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Sondersitzung des Kreisausschusses zur Neugestaltung des Museums Abtei Liesborn

Umbau wird 20 Prozent teurer

Kreis Warendorf

Die überplanmäßigen Ausgaben für die Modernisierung des Museums Abtei LIesborn sind genehmigt. Das beschloss der Kreisausschuss mit breiter Mehrheit. Unterm Strich bedeutet das zugleich, dass sich das Vorhaben auch um 20 Prozent verteuert.

Von Dierk Hartlebund

Hendrik Borgstedt, Leiter des Amtes für Hochbau und Immobilienmanagement (r.) erläuterte im Juli, wie der Raum werden soll, in dem das Liesborner Evangeliar demnächst stehen soll – nämlich genau an dem Standort, an dem der neue Museumsleiter Dr. Sebastian Steinbach während der Aufnahme steht Foto: Beate Kopmann

In Liesborn kann weiter gebaut werden Der Kreisausschuss folgte am Freitag in einer Sondersitzung mit breiter Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung zur Genehmigung einer Dringlichkeitsentscheidung über eine überplanmäßige Ausgabe von 450 000 Euro für die Modernisierung des Museums Abtei Liesborn wegen der Präsentation des Liesborner Evangeliars.

Damit verteuert sich das Vorhaben um 20 Prozent. Euro. Enthalten sind in den Mehrkosten, die mit 351 000 Euro veranschlagt sind, eine Risikorückstellung von 90 000 Euro zur Abdeckung möglicher weiterer Kostenüberschreitungen.

Landrat Dt. Olaf Gericke begründete die Kostensteigerung mit vorher nicht absehbaren Preisentwicklungen auf dem Baumarkt. Im Übrigen, so Gericke, hätte Kreisdirektor Dr. Stefan Funke die reinen Mehrausgaben, die zunächst mit 320 000 Euro und zwischenzeitlich mit 351 000 Euro aufgerundet worden sind, in seiner Eigenschaft als Kämmerer in eigener Verantwortung verantworten können. Um die Politik mit ins Boot zu nehmen, habe man die Fraktionsvorsitzenden über die Kostenentwicklung am 8. Juli in einem Schreiben informiert und am 12. Juli in einer Telefonkonferenz kontaktiert. Daraus habe er den Eindruck gewonnen, die Zustimmung der Kreistagsfraktionen zu einer Dringlichkeitsentscheidung auf diesem Wege einholen zu können, so Gericke.

Dieser Darstellung widersprach der SPD-Fraktionsvorsitzende Dennis Kocker nicht, der den barrierefreien Umbau des Museums und die Notwendigkeit einer notwendigen Nachfinanzierung aufgrund von Verteuerungen in Zweifel gestellt sehen wollte. Aber so zu verfahren, entspreche nicht den Anforderungen seiner Fraktion an Transparenz, warf Kocker dem Landrat vor.

Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler

Dieser Kritik schlossen sich inhaltlich Valeska Grap für die Bündnisgrünen sowie Dr. Stephan Schulte für die Linken an, die die Verantwortung der Politik gegenüber dem Steuerzahler betonten.

Die Aussprache eröffnet hatte Dorothee Nienkemper, die für die Freien Wähler eine Anfrage gestellt hatte und darin ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck brachte, wie es etwa beim Brandschutz zu Verteuerungen kommen könnte. „Wir können gar nicht mehr zurück“, sagte Nienkemper, „und es wird immer teurer.“ Sie habe bereits 2019 darauf hingewiesen, dass der Umbau zu knapp kalkuliert worden sei. „Alles vergossene Milch“, wie Kocker sagte.

CDU-Fraktionsvorsitzender Guido Gutsche und FDP-Fraktionschef Markus Dieckhof stellten sich vor die Kreisverwaltung und versicherten, dass sie sich in jeder Phase ausreichend informiert gefühlt hätten. Verteuerungen seien natürlich ärgerlich, aber jeder Bauherr kenne die gegenwärtige Situation auf dem Baumarkt.

Immer ausreichend informiert

Für die AfD wunderte sich Fraktionsvorsitzender Dr. Christian Blex, eine Kostensteigerung von 20 Prozent sei derzeit nicht außergewöhnlich.

Schließlich stimmten nur die Linken gegen die Genehmigung der Dringlichkeitsentscheidung, die drei Bündnisgrünen enthielten sich der Stimme. Der Kreistag muss die Entscheidung noch im Nachhinein genehmigen.

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