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Verbraucher können Beschwerde einlegen

Unerwünschte Werbepost mit persönlichen Daten

Kreis Warendorf

Was tun, wenn plötzlich unerwünschte Werbepost ins Haus flattert – und dazu noch persönliche Daten offensichtlich bekannt sind? Die Verbraucherberatung weiß, wie Betroffene sich schützen können.

Werbebriefe des Telekommunikationsanbieters 1N Telecom GmbH aus Düsseldorf irritieren derzeit viele Verbraucher. woher das Unternehmen diese Daten ha Foto: Verbraucherberatung

Bei der Verbraucherberatung in Ahlen häufen sich Fragen und Beschwerden über Briefe des Telekommunikationsanbieters 1N Telecom GmbH aus Düsseldorf. Das Schreiben enthält persönliche Daten wie Adresse und Telefonnummer der Empfänger und bewirbt einen Telefontarif. „Viele Verbraucher zeigen sich überrascht, woher das Unternehmen ihre persönlichen Daten hat“, sagt Judith Spittler, Leiterin der Beratungsstelle in Ahlen. Zusätzlich gehen viele Angeschriebene davon aus, dass es sich um ein Schreiben der Telekom handelt, was nicht der Fall ist. Gegen unerwünschte Werbebriefe können Verbraucher jedoch vorgehen, erklärt Spittler und nennt vier Schritte.

Absender prüfen

Erstens: Wenn Verbraucher unsicher sind, ob sie einen Werbebrief eines fremden Unternehmens oder einen Brief ihres Vertragspartners erhalten haben, sollten sie den Absender des Briefes genau prüfen und das Schreiben zum Beispiel mit einer Rechnung ihres tatsächlichen Anbieters vergleichen.

Datenverarbeitung widersprechen

Zweitens: Falls Verbraucher keine Vertragsbeziehungen mit einem Anbieter eingegangen sind, ist personalisierte Werbung per Post in der Regel unzulässig. Damit sie dennoch zulässig ist, müssten Verbraucher der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zum Zweck von Direktwerbung zugestimmt haben. Der Datenverarbeitung zu Direktwerbezwecken kann jedoch jederzeit widersprochen werden. Dafür können Verbraucher einen Musterbrief der Verbraucherzentrale NRW nutzen.

Herkunft der Daten ermitteln

Drittens: Die Empfänger der Werbeschreiben der 1N Telecom erinnern sich nicht daran, mit dem Anbieter jemals Kontakt aufgenommen oder ein Gespräch geführt zu haben. Das sorgt für Irritationen und wirft die Frage auf, wie das Unternehmen an die persönlichen Daten gelangen konnte. Unternehmen sind dazu verpflichtet, auf Anfrage über die Herkunft der Daten Auskunft zu geben. Das schreibt die Datenschutzgrundverordnung vor. Mit einem Musterbrief der Verbraucherzentrale NRW können Betroffene ein Unternehmen auffordern, einen Einblick in die gespeicherten Daten zu erhalten.

Beschwerde einreichen

Viertens: Wenn Unternehmen persönliche Daten unrechtmäßig nutzen und verarbeiten, können Betroffene bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde eine Beschwerde einreichen. In NRW ist dies der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit. Das Beschwerdeformular findet sich auf der Webseite des LDI NRW.

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