Langes Warten auf Test-Ergebnis

Urlauber getestet – Patienten warten

Kreis Warendorf

Urlauber werden innerhalb von 48 Stunden getestet. Ein 13-jähriges Mädchen dagegen, das Symptome hat, wartet sechs Tage auf ihr Ergebnis.

Beate Kopmann

In diesem Testzentrum in Warendorf wurde das 13-jährige Mädchen aus Dolberg getestet. Foto: Beate Kopmann

Sechs Tage mit Symptomen – und sechs Tage trotz Test kein Ergebnis: Dabei wurde das 13-jährige Mädchen bereits am vergangenen Donnerstag untersucht. Richtig sauer ist deswegen Dirk Siepmann aus Dolberg. „Meine Enkelin hatte vergangenen Donnerstag Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen und Druck in der Brust. Deswegen haben wir die Corona-Hotline angerufen.“ Das Gesundheitsamt habe auch schnell reagiert und sofort einen Termin bei der Teststation am Krankenhaus in Warendorf vereinbart. Dort wurde ein Abstrich entnommen, das Mädchen ab sofort unter Quarantäne gestellt.

Urlauber vor Patientin?

„Der Arzt meinte, dass wir das Ergebnis am Freitag telefonisch erhalten würden.“ Aber am Freitag kam kein Rückruf. „Samstag habe ich dann das Gesundheitsamt eingeschaltet. Dort wurde mir mitgeteilt, dass es Unterschiede zwischen Tests wegen Anzeichen und Tests für Urlauber gibt.“ Genau das ärgert den Dolberger. „Wer in Urlaub fahren will, kriegt das Ergebnis innerhalb von 48 Stunden, aber meine Enkelin mit Symptomen wartet jetzt fast eine Woche.“ Erschwerend hinzu komme, dass er selbst wegen einer Herzschwäche zu den Risikopatienten zähle – und dies auch gesagt habe, als der Abstrich bei der Enkelin gemacht wurde. „Eigentlich hätten die mich auch testen müssen“, meint der Dolberger. Geschehen sei aber nichts.

Dirk Siepmann

Am Montag erhielt Siepmann endlich eine Mail von der Kassenärztlichen Vereinigung – mit der Nachricht, dass man derzeit auf die Laborbefunde nicht zugreifen könne. Der Dolberger, dessen Enkelkind gerade die Ferien bei ihm verbringt, kann nur noch den Kopf schütteln: „Es ist jetzt fast eine Woche vergangen. Alle Familienmitglieder hätten sich anstecken können. Als Risikopatient bin ich außerdem besonders gefährdet.“ Zum Glück geht es der 13-Jährigen inzwischen wieder besser. Bis heute stehe seine Enkelin aber unter Quarantäne und könne an Ferienaktionen nicht teilnehmen.

Überlastung der Labore

Die Kassenärztliche Vereinigung teilte auf Nachfrage mit, das Ergebnis liege jetzt vor. Am Vortag habe man bei Siepmanns angerufen, aber niemanden erreicht. Die Überlastung der Labore habe dazu geführt, dass das Testergebnis so lange auf sich warten ließ.

Startseite