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Zehn Jahre ambulanter Kinder und Jugendhospizdienst Hamm/Kreis Warendorf

Wichtige Hilfe über den Tod hinaus

Kreis Warendorf

Auf zehn Jahre blickt der ambulante Kinder und Jugendhospizdienst Hamm/Kreis Warendorf in diesem Jahr zurück. 50 Ehrenamtliche sind dort mittlerweile engagiert, und es könnten immer noch mehr sein, denn das Leid in den Familien ist oft groß und jede Unterstützung wird benötigt.

Von Angelika Knöpkerund

Sein zehnjähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der ambulante Kinder und Jugendhospizdienst Hamm/Kreis Warendorf. Unser Bild zeigt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Elfriede Hagedorn (links) und Koordinatorin Martina Abel Foto: Angelika Knöpker

Unermesslich ist das Leid von Eltern, wenn sie mitansehen müssen, wie ihr geliebtes Kind von einer schweren Krankheit gezeichnet ist und die Lebenschancen als gering eingestuft werden. In dieser schwierigen Situation hilft der ambulante Kinder-und Jugendhospizdienst Hamm/Kreis Warendorf.

Er bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzender Erkrankung den Eltern und Geschwistern Begleitung und Unterstützung an.

Eine der 50 Ehrenamtlichen für 30 Familien ist Elfriede Hagedorn. Die 66-Jährige Ahlenerin war viele Jahre Kinderpflegerin in einer Kindertageseinrichtung und engagiert sich heute noch im Kinderhaus an der Walstedder Straße. Nach Eintritt in den Ruhestand Anfang August 2019 nahm sie Kontakt zum ambulanten Kinder-und Jugendhospiz auf. „Ich wollte einfach etwas Sinnvolles machen“, blickt die Rentnerin heute zurück , geht in ihrer Aufgabe voll auf und hat diesen Schritt niemals bereut.

Ehrenamtskoordinatorin Martina Abel aus Everswinkel freut sich über die Unterstützung des Vereins, der in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert. In einem Vorbereitungskursus über 90 Stunden erhielt Elfriede Hagedorn das Rüstzeug für die anspruchsvolle Aufgabe, am 28. Januar 2020 krönte sie ihre Ausbildung mit einem Zertifikat. Gemeinsam mit Martina Abel besuchte sie die erste Familie und lernte die 22-jährige Mia kennen, seit ihrer Geburt schwerst behindert auf den Rollstuhl angewiesen.

Seitdem fährt sie jede Woche nach Hamm, um sie bei gemeinsamen Spaziergängen, dem Besuch des Maxiparks oder anderen Unternehmungen abzulenken. Die Eltern freuen sich sehr über ihre Unterstützung, gibt ihnen doch die regelmäßige Begleitung Freiraum für andere Aufgaben, die sonst zu kurz kommen. Die Unterstützung ist für die Familien kostenlos.

Hilfe nach ärztlicher Diagnose

„Bereits nach der ärztlichen Diagnose bieten wir unsere Hilfe an, wenn sich die betroffenen Väter und/oder Mütter bei uns melden“, sagt Martina Abel. „Die Lebenssituation verändert sich, der Alltag muss neu gestaltet werden, und die Themen Krankheit, Sterben und Trauer beschäftigen die gesamte Familie. Da ist es gut, dass der Verein im Leben und im Sterben und auch über den Tod hinaus begleitet.“

Die Corona Pandemie hat die Haupt-und Ehrenamtlichen vor besondere Herausforderungen gestellt. Die monatlichen Geschwister-Treffen und das gemeinsame Frühstück konnten nicht mehr stattfinden, einige Familien lehnten in diesen schwierigen Zeiten eine Betreuung aus Angst vor einer Erkrankung ab.

Doch Elfriede Hagedorn blieb kreativ. Einmal im Monat verschickt sie mit einem fünfköpfigen Helfer-Team die sogenannte Elefantenpost mit Anregungen und Vorlagen für Bastelarbeiten. Die Reaktionen sind durchaus positiv , viele Bilder zeugen von den guten Ergebnissen. Gut angenommen werden auch virtuelle Treffen zu Themen wie „persönliches Budget“ oder die Gestaltung eines „Behinderten-Testaments“. Noch in diesem Jahr plant der ambulante Hospizdienst die Herausgabe eines Kochbuchs mit Rezepten der Familien. Da sie aus vielen Nationen kommen, dürfte es spannende Anregungen geben.

Nicht vergessen wird die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Vereins. Voraussichtlich im September wird ein Projekt als „Mitmach-Zirkus“ starten, bei dem alle mitmachen können und sollen. Wer weitere Informationen benötigt, kann sich unter der Rufnummer 0 23 81 / 495 39 91 melden.

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