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Artenschutzprojekt „LEPUS NRW“ in Beckum gestartet

Win-win-Situation für Mensch und Tier

Kreis Warendorf

Die Bestände von Rebhuhn, Feldlerche & Co. sind seit Jahren bedroht und ihre Population ist teils um 90 Prozent eingebrochen. Ein Artenschutzprojekt will Abhilfe schaffen.

wn

Fanden im Wildblumenfeld von Landwirt Hubert Anxel (re.) einen würdigen Ort zum Projektstart „LEPUS NRW – Lebensräume erhalten, planen und schützen“ (v.li.): Hendrik Specht (Projektleiter Region Münsterland und OWL, Stiftung Westf. Kulturlandschaft), Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW-Stiftung) und Hubertus Beringmeier (Vorstandsvorsitzender Stiftung Westfälische Kulturlandschaft). Foto: Stiftung Westfälische Kulturlandschaft

„Der Artenverlust ist ein großes gesellschaftliches Thema“, betonte der Präsident der NRW-Stiftung, Eckhard Uhlenberg, beim Projektstart „LEPUS NRW - Lebensräume erhalten, planen und schützen“ auf dem Betrieb von Hubert Anxel in Beckum. Weil Rebhuhn, Feldlerche & Co. seit Jahren bedroht und ihre Population teils um 90 Prozent eingebrochen ist, ist jetzt ein Naturschutzprojekt an den Start gegangen, um die Lebensraumbedingungen für Meister Lampe & Co. zu optimieren. „Wir gehen mit Landwirten, Grundbesitzern, Jägern und Naturschutz neue Wege, um dem Artenverlust entgegen zu wirken“, so Uhlenberg.

Der Maßnahmenkatalog reicht von der Aufwertung von Waldrändern und Hecken über die Gestaltung und Pflege von Kleingewässern bis zur Anlage von Blühflächen, quasi dem „gedeckten Tisch“ im Offenland. Wenn alles gut läuft, schließt sich der Nahrungskreislauf von Insekten, Bodenbrütern und Niederwild und alle finden guten Lebensraum.

Die Ziele sind hoch gesteckt. „Aber wir schaffen das!“, ist Hubertus Beringmeier überzeugt. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft nahm symbolisch den Scheck über 703 000 Euro aus den Händen von Uhlenberg entgegen. „Die Bereitschaft, sich für den Artenerhalt einzusetzen, ist groß. Aber oft fehlt der Überblick, welche Maßnahmen sich wo und wann am besten eignen. Hier leisten die Projektmitarbeiter tolle Arbeit“, so Beringmeier.

Hubert Anxel

Beim Projektauftakt stellte Landwirt Hubert Anxel einige seiner 37 Maßnahmen vor: „Ob Blühstreifen, die Anlage neuer Teiche oder die Pflanzung der Obstbäume: Der Zuspruch aus der Bevölkerung ist enorm und auch Landwirte und Jäger kommen oft hierher und lassen sich beraten“, so Anxel, der auf 14 Hektar Wildblumen für die Biogasanlage gesät hat.

Drei Jahre haben die LEPUS-Mitarbeiter nun Zeit, gemeinsam mit Landwirten, Revierpächtern und Naturschützern den Lebensbedingungen der heimischen Tierarten eine neue Richtung zu geben.

Akribisch haben sie das Verbreitungsgebiet des Rebhuhns in NRW unter die Lupe genommen und suchen nun nach geeigneten Flächen, wo Landwirte und Grundeigentümer ihre Flächen im Verbund eines Jagdrevieres in das Projekt einbringen möchten.

„Das Interesse an dem Projekt LEPUS NRW ist groß “, so Projektleiter Hendrik Specht, der seit vier Jahren Projekte zu diesem Thema mit Landwirten und Jägern geleitet hat. Bei der Planung und Erarbeitung weiterer Maßnahmen stehen Behörden und Landwirtschaftskammer beratend zur Seite. Eine win-win-Situation für Mensch und Tier. Obwohl sich die Projektkulisse am Verbreitungsgebiet des Rebhuhns als dem größten Verlierer der letzten 30 Jahre orientiert, werden auch Feldhase, Kiebitz, Fasan, Grauammer, Goldammer und Wiesenschafstelze von den Maßnahmen profitieren.

Getragen wird das Projekt von Stiftungen der heimischen Landwirtschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen.

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