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Verein „be-Ukraine“ freut sich über enorme Solidarität

„Wir helfen, wo es gebraucht wird“

Beckum

Sie haben direkt nach Kriegsbeginn losgelegt: Marcus Dergun und Iza Gryksa, die einfach nicht nur zugucken wollten. Inzwischen haben sie 13 Hilfstransporte in die Ukraine organisiert. Aber das ist nicht alles.

Von Beate Kopmann

In Beckum wurde am Montag Nachmittag Foto: Reinhard Baldauf

Vier Tage nach Kriegsausbruch war Marcus Dergun mit seiner privaten Hilfsorganisation für die Ukraine schon startklar. Der 29-jährige Beckumer ist zwar in Deutschland geboren – aber seine Familie stammt aus Polen, genauer aus Przemysl, ganz nahe der ukrainischen Grenze. „Meine Bekannte Iza Gryksa hatte mich angesprochen und gesagt: ‚Marcus wir müssen etwas machen.‘ Das war der Anfang.“

Unterstützung von der Feuerwehr

Die private Beckumer Initiative, die schnell von der örtlichen Feuerwehr unterstützt wurde, hat inzwischen Helfer aus fast allen Orten des Kreises Warendorf – von Everswinkel bis Liesborn. „Große Unternehmen wie VEKA oder Heitmann sind dabei, aber auch Privatpersonen, Tennisclubs oder ein Zusammenschluss von Tagesmüttern.“ Die Solidarität sei gewaltig, freut sich Dergun, der gelernter Krankenpfleger ist und als Bereichsleiter Nord für die Bonitas-Pflegegruppe arbeitet. Auch dieses Unternehmen zählt zu den Unterstützern.

Foto v.l.: Maria Vollgraf (Schatzmeisterin, be-Ukraine e.V.), Notar und Rechtsanwalt Rainald Gehringhoff (stehend), Hannah Kirchschlager (stellv. Vorsitzende, be-Ukraine e.V.), Marcus Dergun (1. Vorsitzender, be-Ukraine e.V.) Foto: Brüggenthies Marketing

Aus der Privatinitiative von Dergun und Gryska ist inzwischen ein eingetragener Verein namens „be-Ukraine e.V.“ geworden. „Wir haben zwei Hauptziele“, erläutert Dergun. „Wir liefern Hilfsgüter und kümmern uns um die Nachbetreuung der Flüchtlinge.“ Viele der geflohenen Ukrainer seien inzwischen bei Familien im Kreis Warendorf aufgenommen worden. „Unsere Hilfskonvois transportieren keine Flüchtlinge, aber wir kümmern uns um viele derjenigen, die in den Kreis Warendorf gekommen sind, stellen Kontakte her und helfen dort, wo es gebraucht wird.“

Marcus Dergun

Inzwischen haben die Beckumer bereits zwölf Hilfstransporte durchgeführt. „Besonders benötigt werden medizinisches Hilfsmaterial, aber auch Lebensmittel und Hygieneartikel.“ Mindestens 25 Tonnen habe man mittlerweile an die ukrainische Grenze gebracht. „Dort arbeiten wir mit Organisationen aus Polen zusammen, die unsere Ladungen dann in die Ukraine bringen.“ Auch die polnische Feuerwehr gehöre zu den Kooperationspartnern, auf die der Verein zählt.

Den Kontaktpersonen vor Ort könne er voll vertrauen, betont Dergun. Leider g

Foto:

ebe es aber auch schlimme Erfahrungen. In Breslau habe die Polizei vor einigen Tagen zwei Busse aus den Niederlanden gestoppt. „Es soll sich um Menschenhändler gedreht haben“, erzählt Dergun. Dieses Mal habe die Polizei den Kriminellen das Handwerk legen können. „Aber in den Wochen zuvor sind die ja auch schon gefahren und haben Frauen weggebracht“, berichtet er nachdenklich.

Über Facebook und Instagram um Spenden gebeten

Dass die private Hilfsaktion schnell so weite Kreise ziehen konnte, sei auch den sozialen Medien zu verdanken, meint Dergun. Vor allem über Facebook und Instagram habe man um Spenden gebeten. Diese sind natürlich auch weiterhin willkommen.

Wer sich über die Arbeit des Vereins informieren will, findet weitere Informationen bei Instagram unter: https://www.instagram.com/ukraine_hilfe_beckum/ (zu finden unter ukraine_hilfe_beckum) oder bei Facebook: https://m.facebook.com/Ukraine-Hilfe-Beckum-109916708284093 (zu finden unter Ukraine-Hilfe-Beckum). Spenden nimmt der Verein „be-Ukraine“ unter IBAN DE52 4166 0124 0414 2583 00 entgegen.

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