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Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht

Wurde BMW-Mini als Rennauto genutzt?

Kreis Warendorf

War es nun ein illegales Autorennen oder nicht? Der Hauptangeklagte aus Beckum konnte sich im Prozess vor dem Jugendschöffengericht kaum an den Tathergang erinnern. Mit einem eingeforderten Gutachten sowie der Vernehmung weiterer Zeigen wird der Prozess fortgesetzt.

Von Peter Schniederjürgenund

Eine endgültige Entscheidung im Prozess vor dem Jugendschöffengericht ist noch nicht gefallen. Foto: dpa

Ist ein BMW-Mini renntauglich? Haben die Angeklagten mit über 100 Stundenkilometer ein Überholmanöver in Neubeckum unternommen? Das waren nur zwei der wichtigen Fragen, die sich das Ahlener Jugendschöffengericht am Donnerstag stellte. Verhandelt wurde gegen zwei Beckumer (zur Tatzeit 19 und 20 Jahre alt) wegen des Verdachts, am 5. September 2019 ein illegales Autorennen veranstaltet zu haben. Das führte zu einem Zusammenstoß mit dem VW einer am Geschehen unbeteiligten Frau, die erhebliche Verletzungen davontrug. „Sie haben sich am Tattag auf der Kaiser-Wilhelm-Straße in Neubeckum ein Rennen geliefert und dabei eine unbeteiligte Verkehrsteilnehmerin schwer verletzt“, hielt der Staatsanwalt dem heute 22-jährigen Hauptangeklagten vor. Der konnte sich kaum noch an den Unfallhergang erinnern.

„Ich war im Auto eingeschlossen und mit dem Kopf unter Wasser, bis ein Bekannter mir half, ich bin mir sicher, kein Rennen gefahren zu sein“, so der Unfallfahrer. Auch sei das von ihm gesteuerte Auto, ein Mini mit rund 100 PS, gar nicht dafür geeignet. „Darum haben wir uns auch nicht gegenseitig überholt“, ergänzte er. Der Mini war ein Mietwagen, den ein Bekannter in Münster gemietet hatte. Da dieser jedoch keinen Führerschein hatte, ließ er den Angeklagten fahren. Sein mitangeklagter 23-jähriger Freund ließ durch seinen Anwalt erklären, sich nicht zur Sache äußern zu wollen.

„Auf der wenig entfernten Von-Galen-Straße wurde ich von einem schwarzen Golf und einem extrem knapp hinterherfahrenden Mini mit sehr hoher Geschwindigkeit überholt“, sagte ein Zeuge, ein 39-jähriger Ahlener. Der befuhr die Straße in Richtung Westen. Er sah noch das Aufblinken von Bremslichtern vor einer 90-Grad-Kurve. Später passierte er die Unfallstelle mit dem Mini auf dem Dach im Regenrückhaltebecken liegend. „Für mich war das ein Rennen“, fasste der Ahlener zusammen. Ähnliches berichtete eine Augenzeugin des Unfalls. Sie hörte bei Arbeiten im Vorgarten, wie sich zwei Autos rasend schnell näherten. „Die fuhren zum Teil nebeneinander“, gab die Neubeckumerin an. Die Fahrzeuge nutzten beide Fahrstreifen. „Plötzlich sah ich vier Bremslichter nebeneinander, dann der Knall und der Mini flog durch die Luft“, sagte sie. Die Schilderungen deckten sich mit der Aussage einer 23-jährigen Nachbarin. Sie wohnte direkt gegenüber der Unfallstelle. Mit dem Bericht des Gutachters der Dekra und der Geschädigten geht die Verhandlung am kommenden Donnerstag weiter.

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