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Dringender Appell von Krankenhaus-Leitungen

Mehrzahl Erkrankter ist ungeimpft

Kreis Warendorf

Höhere Impfquoten ermöglichen viel mehr Menschen mehr Normalität. Auch den Beschäftigten in Krankenhäusern.

Von Jörg Pastoor

Anja Rapos (St.-Franziskus-Hospital Ahlen), Heinz Wessels (Marienhospital Oelde), Vanessa Richwien (St.-Elisabeth-Hospital Beckum) und Peter Goerdeler (Josephs-Hospital Warendorf) rufen dazu auf, sich impfen zu lassen. Foto: Jörg Pastoor

Aus Sicht des Statistikers ist klar: Nicht gegen Corona geimpfte Menschen erkranken leichter, liegen öfter zur Behandlung stationär in den Krankenhäusern im Kreis. Zu Beginn der vierten Infektionswelle sind es noch wenige. Aber: Sie sind jünger als die Schwerkranken der ersten beiden Wellen. Vor Herbstbeginn haben sich deshalb die Leitungen der Kliniken für den gemeinsamen Weg an die Öffentlichkeit entschieden. Die Botschaft: „Wir brauchen jetzt Unterstützung von der Bevölkerung. Und die heißt: impfen!“

Patienten durchweg deutlich jünger

Von Druck oder Zwang halten die Vier im Sitzungszimmer des Vorstands des Warendorfer Josephs-Hospitals nichts. Weder Anja Rapos, Geschäftsführerin des Ahlener St.-Franziskus-Hospitals, noch ihre Beckumer Kollegin Vanessa Richwien (Elisabeth-Hospital), Heinz Wessels, der Kaufmännische Leiter des Oelder Marienhospital, und auch Gastgeber Peter Goerdeler nicht. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung hält Zahlen für die klarste Botschaft: „Drei von vier stationären Patienten sind nicht geimpft, im Gegensatz zu den ersten Wellen mit vielen Patienten über 70 sind sie jetzt deutlich unter 50.“ Allein in Warendorf lagen in den 18 Coronamonaten 230 Patienten, gab es 46 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

Peter Goerdeler

Vergleichsweise geringe Patientenzahlen sind das eine, die Belastung des Personals das andere, auch darin sind sich alle vier Hausleitungen einig. „Wir hätten gerne wieder etwas mehr Normalität.“ Doch weil die Strukturen für den Fall wieder steigender Fälle vorgehalten werden müssen und weil die Regeln weiter gelten, lasse die psychische Belastung nicht nach. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass über 90 Prozent der Beschäftigten selbst geimpft seien.

Vanessa Richwien setzt außer auf Appelle auf Aufklärung. In der Regel werde auf Deutsch informiert. Es gebe aber Sprachhürden, auch das spiele Gerüchten in die Karten wie dem, dass die schnell entwickelten MRNA-Impfstoffe impotent oder unfruchtbar machten. Dabei gebe es doch andere Stoffe, die auf langjährig bewährten Verfahren beruhen.

90 Prozent der Beschäftigten sind schon geimpft

Die Krankenhausleitungen wollen auf jeden Fall vermeiden, dass sie erneut für Besucher schließen müssten. „Es war mit die schlimmste Zeit, als wir am Anfang der Pandemie nicht mal Besuche für intensiv behandelte Patienten zulassen durften“, erinnert sich Heinz Wessels. Vanessa Richwien, Mutter eines zweijährigen Kindes, erinnert an den Schutz für die, die nicht geimpft werden können. „Wir müssen auch die Jüngsten schützen. Und wir wollen geöffnete Schulen und Kitas.“

Das sei nur über eine Herdenimmunität möglich, die Bitte nur logisch: „Lasst Euch impfen!“

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