Tierschutzverein Ahlen und Umgebung tagt

Offene Tierarztrechnungen über 25 000 Euro

Kreis Warendorf

Über eine höchst dramatisch Lage informierte Christiane Schäfer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung, ihre rund 30 zur Mitgliederversammlung erschienen Vereinskollegen. Der Verein werde den Fundkatzen und der damit verbundenen finanziellen Belastung nicht mehr Herr. „Alle Fundkatzen, die wir bekommen sind krank“, sagte die Vorsitzende.

Peter Schniederjürgen

Sehen schwierigen Zeiten optimistisch entgegen, der Vorstand des Tierschutzvereins, Marion Zeidler, Christiane Schäfer, Carola Pawelzik, Ralf Schweiger und Judith Schäfer (v. l.). Foto: Peter Schniederjürgen

Somit sei eine sehr kostspielige tierärztliche Behandlung nötig. Damit haben sich offene Rechnungen in Höhe von 25 000 Euro angesammelt. Und die Zahl der Fundkatzen steige. „Hatten wir 2017 schon 356, stieg das im vergangen Jahr auf fast 400 und die Tendenz zeigt auch für dieses Jahr schon steil nach oben“, berichtet eine verzweifelte Vereinschefin.

Damit war die Stimmung im gastgebenden Haus Wiese in Neubeckum zunächst mal am Boden. Denn mit den Beiträgen der 295 Mitglieder ist, trotz der gerade beschlossenen Beitragserhöhung auf 36 Euro pro Jahr nichts zu machen. „Es sind wirklich die Katzen die uns so belasten“, so Christiane Schäfer. Fundhunde sind in der Regel nur kurz im Heim und schnell vermittelt.

Die Misere liegt nach ihrer Ansicht in der unzureichenden Finanzzuweisung der beteiligten Städte im Kreis. „Die meisten Städte und Gemeinden überweisen einen Euro pro Einwohner, wir bekommen zwischen 30 und 50 Cent“, bedauerte die Tierheimchefin. Damit sind die Kosten nicht zu decken. Dabei bedankte sich die engagierte Frau besonders bei den Tierärzten, die so lange still halten. Doch irgendwann müssen die offenen Rechnungen bezahlt werden.

Schließlich sei das Tierheim qualitativ hervorragend aufgestellt. „Wir bekommen in Kürze die Tierheimplakette vom Präsidenten des Tierschutzbundes Thomas Schröder“, freute sich Schäfer. Damit sind sehr hohe Hygiene-, Personal- und zahlreiche weitere qualitätssichernden Auflagen verbunden. „Wir sind nicht perfekt, doch auf einen guten Weg“, so die Vorsitzende. Darum bietet das Heim auch einen adäquaten Gegenwert für die Kommunen als Dienstleister. Dazu ist das Tierheim Arbeitgeber und Ausbilder. Doch bei allem Engagement von Mitarbeitern, Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern, sind die Grenzen erreicht. „Auch unsere Kooperationen mit der Sendung ‚Tiere suchen eine Zuhause‘ ist ein voller Erfolg“, konnte die Chefin vermelden.

Abgesehen von der dramatischen Finanzlage sind die Perspektiven sehr gut. So wird ein neues Fahrzeug von der Tierhilfe mit 75 Prozent bezuschusst.

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