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Aktion der AWG und der Gemeinde

15 Biotonnen bleiben stehen

Ostbevern

Altkleider, Schuhe und Plastiktüten – all das haben die Kontrolleure in den Biotonnen gefunden. Die Folge: 15 falsch befüllte Tonnen wurden bei der letzten Leerung gar nicht erst abgefahren. Die gute Nachricht: Bei 158 der 208 kontrollierten Behälter gab es keine Beanstandungen.

Daniela Allendorf

Rebecca Deppe (AWG), Angelika Füssel (Gemeinde Ostbevern) und Jörg Raabe (Horizonte) haben bei einer ersten Tour durch die Bevergemeinde die Biotonnen genau unter die Lupe genommen. Foto: Gemeinde Ostbevern/AWG

15 Biotonnen blieben am Freitagmorgen stehen, wurden nicht wie gewohnt von der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG) abgefahren. Der Grund: Die Müllbehälter waren völlig falsch befüllt. In einem befanden sich sogar Altkleider und Schuhe in einem Gelben Sack. „Das war schon eins der Highlights“, sagt Rebecca Deppe von der AWG, die am Freitagmorgen zusammen mit Angelika Füssel, Abfallberaterin in der Gemeindeverwaltung, sowie Jörg Raabe von Horizonte in der Bevergemeinde unterwegs war. Insgesamt kontrollierte das Team 208 Tonnen an diesem Freitag.

Anlass zu der Kontrolle des Biomülls war die Aktion der AWG und des Kompostwerkes Warendorf zusammen mit der Gemeinde (WN berichteten). Auf der Suche waren die Kontrolleure nach sogenannten Störstoffen – also Kunststoff, Folien, Zigarettenkippen, behandeltes Holz, Einwegwindeln, Keramik- und Porzellan und vielen weiteren Stoffen, die eben nicht kompostierbar sind. „Dabei sind besonders die kompostierbaren Müllbeutel der Störfaktor überhaupt“, sagt Angelika Füssel. Die Bürger würden diese Tüten extra im Einzelhandel kaufen, ohne zu wissen, dass sie gar nicht in den Biomüll dürfen. Das Problem: Die Vorsortierung im Kompostwerk. Dort werden die Tüten genauso behandelt, wie konventionelle Plastikbeutel und damit aussortiert. Da sie dieselben Eigenschaften wie normale Plastiktüten aufweisen, ist die Trennung technisch nicht möglich. „Damit gehen aber auch die Inhalte verloren“, sagt Titus Weißenberg vom Kompostwerk Warendorf. Denn die Tüten selber, seien meistens richtig befüllt.

Schlussendlich landen die aussortierten Tüten dann samt Inhalt im Restmüll, der in die Verbrennungsanlage geht. Eine teure Entsorgung, die schlussendlich in Form von Gebühren auch wieder beim Bürger ankommt. Deswegen empfehlen die Abfallexperten statt der kompostierbaren Plastiktüten lieber Zeitungspapier, Küchenkrepp oder Papierbeutel zu verwenden.

Ein großes Problem seien auch die aktuell vielfach angepriesenen kompostierbaren Kaffeekapseln. „Am Ende sind alle diese kompostierbaren Produkte schädlich“, sagt Rebecca Deppe. Denn es würde im Vergleich zum „normalen“ Kompostiervorgang – der dauert im Kompostwerk drei Wochen – ungleich länger dauern, bis diese Produkte zersetzt seien.

Auch Zigarettenkippen stellen für die Kompostierung des Abfalls ein Problem dar. „Die sind so klein, dass sie durch alle Siebe fallen“, sagt Deppe.

Insgesamt hat Ostbevern im ersten Durchlauf nicht ganz schlecht abgeschnitten. 158 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger von den Prüfern – mit einem kleinen Dank darauf: „Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz“, ist zu lesen. 35 Tonnen wurden mit einem gelben Anhänger markiert. Hier der Hinweis, dass die Tonne falsch befüllt wurde. Gar nicht erst mitgenommen wurden die rot markierten Tonnen.

Bis zu den Sommerferien wird die Aktion weitergeführt. Mit dabei sind Mitarbeiter von Horizonte – die AWG kooperiert mit dem gemeinnützigen Verein auch in anderen Bereichen. „Wir sind froh, dass uns der Verein hilft und Mitarbeiter zur Verfügung stellt“, sagt AWG Pressesprecherin Sabine Lubeley. Die Biotonnen-Aktion lief im Kreis Warendorf unter Federführung der AWG schon in Beckum, Beelen, Ahlen, Oelde und Sassenberg. Von montags bis donnerstags ist das Team derzeit auch in Ennigerloh unterwegs.

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