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Restaurierung der Orgel in St. Ambrosius

2500 Pfeifen werden geputzt

Ostbevern

Die im Jahr 1965 erbaute Orgel in der Ambrosiuskirche muss restauriert. Nicht nur die 2500 Orgelpfeifen werden ausgebaut und Stück für Stück gesäubert. Auch der Spieltisch wird auf den neuesten Stand gebracht. Zudem muss die gesamte Elektrik erneuert werden.

Von Stefan Flockert

Organist Burkhard Orthaus (l.) Die Orgelpfeifen werden allesamt ausgebaut und Stück für Stück gesäubert. Foto: Stefan Flockert

Rund 2500 Pfeifen zählt die im Jahr 1965 von der Nienberger Firma Fleiter gebaute Orgel in der Ambrosiuskirche. Die kleinste Orgelpfeife ist eine Zentimeter lang, die größte sechs Meter. Jede Einzelne hat ihre Aufgabe, trägt ihren Teil zum wunderbaren Klang bei. Doch irgendwann ist es an der Zeit, dass Orgel, Pfeifen und alles was sonst noch dazu gehört, generalüberholt werden. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Seit Montag wird das Instrument von der Klavier- und Orgelmanufaktur Peters aus Glandorf auf Vordermann gebracht.

Auf Anregung des damaligen Pfarrers Felix Schnetgöke war im Jahr 2003 ein zusätzliches Pedalregister angebaut worden. Die alten Register (Pfeifen) mussten damals dem neuen angepasst werden. In diesem Zuge wurde die Orgel 2003 dann gereinigt und generalüberholt. „Das muss alle 15 bis 18 Jahre gemacht werden“, erklärt der Organist von St. Ambrosius, Burkhard Orthaus.

Und seither sind 18 Jahre vergangen. Die nächste Restaurierung und Reinigung ist vonnöten. Nicht nur Staub macht dem Instrument zu schaffen. „Wir haben auch Schimmelbefall durch den Klimawandel“, so Orthaus weiter. Durch die in die Orgel ziehende Feuchtigkeit entstehe Schimmel, der nun bekämpft werden müsse. Dieser sei auch für die Organisten alles andere als gesund.

Auch die Elektrik – diese ist noch im Ursprungszustand von 1965 – wird auf den neuesten Stand gebracht. Das ist nicht nur aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Diese Maßnahme bringt noch weitere Vorteile. So kann es später durch Funktechnik einmal möglich sein, dass der Organist beispielsweise direkt neben dem Chor spielt und nicht mehr auf der Orgelbühne. Durch die Verringerung der Entfernung zwischen Sängern, Chorleiter und Musiker wird die Abstimmung deutlich erleichtert.

Am Montag haben Stefan Peters, Inhaber der Glandorfer Manufaktur, und seine Mitarbeiter begonnen, die Orgel auseinanderzubauen. In der große Ambrosiuskirche ist eine Baustelle eingerichtet, vom übrigen Kirchenraum abgrenzt durch einen abgehängten Bauzaun. Dort lagern bereits Hunderte Orgelpfeifen und warten darauf, gereinigt und bearbeitet zu werden. Jede einzelne wird genau unter die Lupe genommen. Und das ist auch nötig, wie der Spezialist sagt. „Wir haben hier eine große Verschleißsituation. Vieles muss dringend saniert werden“, berichtet Peters. „Technisch werden wir die Orgel so auf Vordermann bringen, dass sie den neuesten DIN-Vorschriften entspricht.“

Eingeschlossen in die Erneuerungsmaßnahme ist auch der Spieltisch, an dem die Organisten bei Gottesdiensten Platz nehmen und für Orgelklänge sorgen. Dieser ist bereits komplett demontiert worden und wird in der Werkstatt in Glandorf saniert.

Die Kosten der Maßnahme liegen bei rund 65 000 Euro. Etwa sieben Wochen werden die Arbeiten dauern. Bis zur Fertigstellung finden die Werktagsgottesdienste in der kleinen Kirche statt. In der großen Kirche sind die Sonntagsgottesdienste, aber auch Beerdigungen geplant. Ausgewichen werden kann dabei auch auf die Loburg oder nach Brock.

Musikalisch begleitet werden die Gottesdienste in St. Ambrosius während Restaurierungszeit mit dem E-Piano.

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