1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ostbevern
  6. >
  7. An erster Stelle steht der Spaß

  8. >

Messdiener 

An erster Stelle steht der Spaß

Ostbevern

Auch bei den Messdienern in Ostbevern ist die Sommerpause beendet. In näherer Zukunft sind Aktionen wie das Herbstlager, „Nachtaktiv“ und die Schnupperfahrt geplant. Besonders letztere soll die Neueinsteiger aus den inzwischen vierten Klassen und ihre Eltern ansprechen.

Matthias Große Stetzkamp und Laura Schlautmann

Sechs Wochen lang ist es still gewesen im Pfarrhaus, doch jetzt kann Pastor Marco Klein fast jeden Nachmittag wieder das Kinderlachen hören, das ihm in seiner inzwischen dreijährigen Dienstzeit so vertraut geworden ist. Grund sind die Messdienergruppenstunden, die nach der Sommerpause nun wieder wöchentlich stattfinden. Und auch in der Leiterrunde wird wieder emsig geplant. Jüngst hatte bereits ein Messdienertag mit Elterngrillen und einer Übernachtung in der Kirche stattgefunden.

Und es geht fast ohne Pause weiter: In näherer Zukunft sind Aktionen wie das Herbstlager, „Nachtaktiv“ und die Schnupperfahrt geplant. Besonders letztere soll die Neueinsteiger aus den inzwischen vierten Klassen und ihre Eltern ansprechen.

Die erste Gruppenstunde der Jüngsten hat bereits am vergangenen Montag stattgefunden. Unter Anleitung ihrer Gruppenleiter Lena Mühlenstroht, Nico Plogmann, Timo Rolf, Johanna Vennekötter und Niklas Verenkotte verbrachten die 15 Kinder nach einer kurzen Vorstellungsrunde einen Nachmittag mit Spiel und Spaß auf der Kirchwiese. Mit dabei war auch Sophie Brokhage. Als ihre Familie vor kurzem von Köln nach Ostbevern gezogen ist, war für die Neunjährige sofort klar: Ich möchte Messdienerin werden.

Wasserschlachten und Rutschaktionen

Bereits während der Kommunionvorbereitungen habe sich ihre Tochter für das Messdienersein begeistert, erzählt ihre Mutter Heike Brokhage, selbst geborene Ostbevernerin und ehemalige Ministrantin. In Köln finde Gemeindeleben kaum noch statt, resümiert sie und hofft, dass Ostbevern sich sein Engagement und die Lebendigkeit in der Kirchenarbeit bewahren kann. „Die Gemeinde war früher Dreh- und Angelpunk meiner Jugend“, erzählt Brokhage. „Das wünsche ich mir auch für Sophie.“ Da passe es gut, dass ihre Tochter nun bereits den ersten Anschluss in einer der Jugendgruppen gefunden habe.

Auch die älteren Gruppen haben den Betrieb in den vergangenen Wochen wieder aufgenommen. Dem guten Wetter geschuldet, wurden beispielsweise Wasserschlachten und Rutschaktionen auf einer großen Siloplane veranstaltet. Hinter dem vollen Programm steht eine große Leiterrunde mit knapp 50 Mitgliedern. Jeder ist in einem kleinen Aktionsteam für die Organisation von Programm wie Tagesausflügen oder Wochenendfahrten zuständig. „So lernen die Jugendliche erstmals größere Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Marco Klein. Dies sei auch einer der Gründe, weshalb er sich mit seinem Einsatz in der Leiterrunde oft lieber zurückhalte. „Ich sehe meine Rolle nicht darin zu leiten, sondern zu begleiten“, betont der Pfarrer. Zum Beispiel bei der Beantragung von Zuschüssen.

Finanzielle Unterstützung wichtig

Laura Schlautmann und Matthias Große Stetzkamp, die momentan das Leitungsteam bilden, wissen wie wichtig die finanzielle Unterstützung ist. So könne man Aktionen möglichst günstig anbieten und sicherstellen, dass die Teilnahme nicht am Preis scheitere. Man sei sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde aber auch innerhalb der Leiterrunde betonen die beiden Messdiener. Doch sie sehen auch Hindernisse, die ihrer Jugendarbeit im Wege stehen. Besonders während Corona hatten die wiederholten Lockdowns und seitenlange Hygienekonzepte Aktionen für knapp anderthalb Jahre zum Erliegen gebracht.

Nun gilt es, Verpasstes nachzuholen und die Kinder und Jugendlichen trotz der sinkenden Attraktivität der Kirche wieder zu motivieren. Dass es eines grundlegenden Umdenkens in Sachen Zölibat, Missbrauchskandal und Rolle der Frau bedarf, da ist man sich in der Gemeinde einig, sonst werde man trotz Freizeitangeboten und Werbeaktionen die jüngere Generation verlieren.

Startseite
ANZEIGE