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Reinigungsarbeiten im Beverbad laufen

Badegast aus dem Becken gefischt

Ostbevern

Am 1. Juni möchte das Beverbad seine Pforten wieder für Badegäste öffnen. Ob die Corona-Pandemie das dann zulässt ist jedoch fraglich. Trotzdem laufen die Vorbereitungen und das Schwimmbecken wie die Außenanlagen werden wieder auf Hochglanz gebracht.

Von Daniela Allendorfund

Jaqueline Dankow konnte während der Reinigungsarbeiten schon den ersten Badegast begrüßen. Foto: Daniela Allendorf

„Unser erster Schwimmgast ist schon da“, lacht Beverbad-Schwimmmeisterin Jaqueline Dankow und taucht am Beckenrand mit einem stattlichen Frosch auf, der sich das Becken des Freibades offensichtlich als neues Zuhause ausgewählt hatte. Schnell übernimmt Kollegin Sandra Richter das Tierchen und bringt es runter zur Bever, so dass die Arbeiten im Becken weitergehen können. Denn am 1. Juni – so die Corona-Regelungen es zulassen – möchten die Mitarbeiter des Beverbades wieder Gäste begrüßen.

Doch bis dahin steht noch einiges an Arbeit auf dem Programm. In der vergangenen Woche ist das Team – bestehend aus Sandra Richter, Christian Schwarzenberg, Jaqueline Dankow, Sebastian Schulze und dem Auszubildenden Benjamin Edens – in die Vorbereitungen der Sommersaison gestartet. Dabei gilt es zunächst Laub und Schlamm in einem ersten Reinigungsdurchgang aus dem Becken zu fischen. Und da ist bare Muskelkraft gefragt. Zunächst wird das Laub zusammengeschoben, damit das Wasser zumindest etwas ablaufen kann. Dann wird der Schlamm in Eimer gefüllt, hochgezogen und mit der Schubkarre abgefahren. „Nach dieser Arbeit braucht man kein Fitnessstudio mehr“, lacht Sandra Richter. Noch bis Februar sei das Wasser nahezu klar gewesen, doch seit dem Frost habe es den einen oder anderen Sturm gegeben, der entsprechend Laub ins Becken geweht hat.

Im Winter bleibt das Wasser nämlich im Becken und wird lediglich rund ein bis zwei „Fliesenhöhen“ abgesenkt. Den Rest belasse man drin, sagt die Schwimmmeisterin. „Wir haben hier eine geflieste Betonwanne“, so Sandra Richter. Würde man das Wasser komplett entfernen, würde das Grundwasser von außen so stark drücken, dass die Betonwanne beschädigt würde, so Richter weiter.

Nahezu obligatorisch sind in jedem Frühjahr die Schäden an den Fliesen. „Da gibt es immer mal wieder Haarrisse, in die Wasser eindringt und die Fliesen bei Frost abplatzen lässt“, erläutert Sandra Richter. Und schiebt hinterher: „Das Becken ist nun einmal von 1975.“ Deswegen könne man sich auch nicht hundertprozentig auf einen Öffnungstermin festlegen – zumindest noch nicht. Denn man könne im Vorfeld nie abschätzen, wann die Firmen Kapazitäten für die entsprechenden Reparaturen hätten. „Und noch wissen wir nicht, was uns unten im Becken erwartet“, sagt die Schwimmmeisterin und zeigt auf den von Laub und Schlamm bedeckten Untergrund.

Doch nicht nur Laub und Schlamm müssen entfernt und Reparaturen vorgenommen werden. Es folgen noch zwei weitere Reinigungsgänge, bis es wieder heißt: „Wasser marsch“. Rund 1100 Kubikmeter fasst das Becken. Rund eine Woche dauere es, bis das Schwimmbecken wieder voll sei. „Es geht auch schneller, aber da machen die Stadtwerke nicht mit“, sagt Richter schmunzelnd.

Wie sich das Angebot des Beverbades zu einer möglichen Öffnung gestalten wird, ist aktuell noch nicht klar. „Hygieneauflagen und eine maximale Personenzahl – das wird vermutlich bleiben“, sagt Richter.