Dorfentwicklungskonzept für Ostbevern-Brock

Bröcker sitzen mit im Boot

Brock

Das Interesse am ersten Bürgerforum im Rahmen der Aufstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes für den Ortsteil Brock war groß. Rund 100 Interessierte waren gekommen. Deutlich wurde, dass es eine Menge zu tun gibt. Und dass die Bürger mitbestimmen können.

Anne Reinker

Klaus Hüttmann (Gemeinde), Wirtschaftsförderin Michaela Wietkamp, Nele Bonnekessel (Wolters und Partner), Bürgermeister Wolfgang Annen sowie Ann-Marlen Knocke und Carsten Lang (v.l.) vom Planungsbüro freuten sich über das große Interesse der Bürger. Foto: Reinker

In welche Richtung soll sich der Ortsteil Brock entwickeln? Damit beschäftigen sich nicht nur die Bürger, sondern auch im Auftrag der Gemeinde das Planungsbüro Wolters und Partner. Die Planer stellten am Dienstag bei einem ersten Bürgerforum den Ist-Zustand dar und erfragten Veränderungswünsche. Denn die Bröcker können das Steuer bei diesem Prozess in die Hand nehmen und selbst die Richtung vorgeben.

Das Interesse daran war groß. Etwa 100 Bröcker, einige Gemeinderatsmitglieder und Leiter verschiedener Organisationen füllten den Dorfspeicher.

„Es gibt wichtige Dinge zu entscheiden“, meinte Bürgermeister Wolfgang Annen. „Einige Stellen in Brock rufen dazu auf, nachzudenken, wie es weitergehen soll“, sagte er. Das beträfe unter anderem das Feuerwehrgerätehaus, die Alte Schule, die ehemalige Gaststätte Weiligmann und die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur.

Dass Dank des ehrenamtlichen Engagements im Ort schon „ganz schön viel passiert“ sei, lobte Carsten Lang vom beauftragten Planungsbüro. Ein Dorfentwicklungskonzept für den Ortsteil biete den großen Vorteil, dass sich die Bürgerschaft einbringen könne. „Es ist dabei das Ziel, mit ihnen gemeinsam zu überlegen, welche Maßnahmen zum Ortsteil passen.“ Diese könnten unter Umständen mit Fördergeldern umgesetzt werden.

Die Basisfakten zu Brock stellte Ann-Marlen Knocke, ebenfalls vom Planungsbüro Wolters, vor. Viele für die Bürgerschaft positive Daten hatte sie bei einem genauen Blick in den Ort gesammelt. Veränderungsbedarf wird aber trotzdem gesehen. Etwa bei mangelnden Dienstleistungsangeboten, beim altengerechten Wohnraum und einer fehlenden Ortsmitte. Auch in der Straßengestaltung stellte das Planungsbüro Handlungsbedarf fest. Potenzial sieht Wolters und Partner an der Kreuzung. Einmal mit einer Aufwertung des Kirchenumfeldes, das zurzeit wenig Aufenthaltsqualität biete. Möglichkeiten gebe es auch auf dem Grundstück Weiligmann, mit dessen Gestaltung man zudem „den besonderen Fachwerkcharakter“ an der Vogelweide stärken könne, so Ann-Marlen Knocke.

Dann hatten die Bürger das Wort. „Es hängt doch alles davon ab, wie sich in Brock die Einwohnerzahlen entwickeln“, meinte einer der Besucher. Wolfgang Annen merkte an, dass „nicht immer ein Neubaugebiet gut ist“. Der Altbestand biete ebenfalls Potenzial. Trotzdem stehe die Gemeinde dem grundsätzlich nicht im Wege. „Es muss nur alles mit Augenmaß geschehen“, so der Bürgermeister.

Mit farbigen Klebezetteln konnten die Besucher ihre Anregungen kundtun. Dabei stellte sich recht schnell heraus, dass vor allem die Verkehrssituation bemängelt wird. Von Tempo 30 innerorts bis hin zu einer Umgehungsstraße reichten die Vorschläge.

Schon bald wird der nächste Schritt in Sachen Dorfentwicklungskonzept getan: Am Donnerstag, 19. September, findet um 19 Uhr eine Planungswerkstatt statt, dann im örtlichen Pfarrheim.

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