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Quartiersmanager Lambertus Borgmann will gute Basis schaffen

Bürgergenossenschaft ist das Ziel

Ostbevern

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die kfw-geförderte und befristete Stelle von Quartiersmanager Lambertus Borgmann bis Mitte des kommenden Jahres verlängert. In dieser Zeit will der Fachmann den Grundstein für eine Bürgergenossenschaft legen.

Von Daniela Allendorf

Quartiersmanager Lambertus Borgmann Foto: Gemeinde Ostbevern

Eigentlich wäre Lambertus Borgmann nur ein Jahr in der Gemeindeverwaltung Ostbevern tätig gewesen. Eigentlich. Denn Corona hat der Verwaltung in diesem Fall einmal in die Karten gespielt. „Durch die Corona-Pandemie konnten wir ganz viele Dinge nicht umsetzen“, sagte Borgmann im Umwelt- und Planungsausschuss. „Und durch eine vom Quartiersmanagement ausgearbeitete neue Gesamtstrategie zur Verstetigung des Sanierungsmanagements wurde inzwischen eine Verlängerung des Förderzeitraumes erreicht“, freut sich der Quartiersmanager, der nun vorerst bis zum 1. Juni 2023 bleiben darf.

Auf sicherer Basis viele Projekte anschieben

Und für dies 1,5 Jahre hat sich Lambertus Borgmann viel vorgenommen. Vielleicht zuviel – wie einigen Äußerungen aus dem Ausschuss zu entnehmen war. Dem widerspricht der Quartiersmanager jedoch ganz deutlich. Er wolle auf einer sicheren Basis möglichst viel anschieben, an dem die Verwaltung später weiterarbeiten kann.

Aber was sind das genau für Projekte, mit denen sich Borgmann seit seinem Start in der Gemeinde beschäftigt? Um es für die Politiker anschaulich und greifbar zu machen, wählte der Quartiersmanager eine Unterteilung nach Zielen. So sei ein Ziel seiner Arbeit, neue Themen und Aufgabenstrukturen zu entwickeln, die eine vernetzte Infrastruktur ermöglichen. Darunter fasste er die Themenfelder „Bedarfsgerechtes Quartier gestalten“, Energieeffizienz optimieren“ sowie „Erneuerbare Energieversorgung bündeln“.

Lambertus Borgmann

Ein zweites Ziel sei die Langfristigkeit der Maßnahmen. Dabei müssten Projekte über unterschiedliche Beteiligungsformen gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet werden. Dabei sei ein Kernprojekt die Gründung einer Bürger- und Energiegenossenschaft, bei der die Stadtwerke Münsterland Ost – hier wurde schon Kooperationsbereitschaft signalisiert, der Verein Wirtschaft Ostbevern und das Quartiermanagement als Bindeglied zur Verwaltung involviert sind ebenso wie eine unabhängige Bürgerinstitution.

Als drittes Ziel nannte Borgmann die Vernetzung der Akteure. Dazu gehöre auch die entsprechende personelle Ausstattung an verschiedenen Stellen. So hätten die Stadtwerke bereits signalisiert eine Stelle bereitzustellen. „Sie haben die Dringlichkeit erkannt, und ich habe die mündliche Zusage für einen direkten Ansprechpartner“, so Borgmann.

Ideen in der Genossenschaft umsetzen

Um es nicht nur bei der Theorie zu belassen, nannte der Quartiersmanager Ideen, die mit einer Genossenschaft gut umsetzbar seien. „Zum Beispiel die Anmietung von Dachflächen und Flächen durch die Genossenschaft oder die Nutzung einzelner Energiepotenziale im nachbarschaftlichen Verbund zum Aufbau bürgerschaftlicher Energienetze. Oder auch die Planung eines Veranstaltungsforums für den Klimaschutz“, so der Fachmann weiter. Dabei hat Borgmann in erster Linie die bestehenden Quartiere im Blick. In den Neubaugebieten sei man, was den Klimaschutz betreffe, schon viel weiter als andere Kommunen im Kreis.

Auch Bürgermeister Karl Piochowiak ist von dem Plan, eine Genossenschaft zu gründen, überzeugt: „Das ist nichts Exotisches, was wir da machen wollen, das ist etabliert“, sagte der Verwaltungschef.

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